Digitaler Medienkonsum gefährdet die Gesundheit unsere Kinder
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Digitaler Medienkonsum gefährdet die Gesundheit unsere Kinder

Digitaler Medienkonsum gefährdet die Gesundheit unsere Kinder

Experten warnen vor übermäßigem Medienkonsum und raten zu „digitaler Fürsorge“, die Gesundheit unserer Kinder stehe auf dem Spiel

Digitalisierung – Fluch und Segen zugleich

Die Digitalisierung bietet viele neue Möglichkeiten des Informationsaustausches und ist ohne Frage nicht mehr wegzudenken. Doch wie überall im Leben macht die Dosis das Gift, ein unkontrollierter Konsum führt zu Abhängigkeit und gesundheitlichen Folgeschäden.

Die Ergebnisse der deutschen BLIKK Studie 2017, ein Projekt unter der Ägide der deutschen Drogenbeauftragten Marlene Mortler und mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit, wurden am Montag in Berlin vorgestellt: übermäßiger Medienkonsum bei Kindern beinhaltet gesundheitliche Risiken.

In dieser Studie wurden 5.573 Eltern und deren Kinder zum Umgang mit digitalen Medien befragt und gleichzeitig im Rahmen der üblichen Früherkennungsuntersuchungen die körperliche, entwicklungsneurologische und psychosoziale Verfassung umfangreich dokumentiert.

Einer der Studienleiter, Prof. Dr. Rainer Riedel (Direktor des Instituts für Medizinökonomie und medizinische Versorgungsforschung der Rheinischen Fachhochschule Köln), stellt fest:

Als Fazit der Studie ergibt sich, dass der richtige Umgang mit den digitalen Medien, die durchaus einen berechtigt hohen Stellenwert in Beruf und Gesellschaft eingenommen haben, frühzeitig kontrolliert geübt werden soll

 

Studienergebnisse im Überblick:

70 % der Kinder im Kita-Alter benutzen das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde täglich. Das Risiko von Konzentrationsstörungen bei täglichem Smartphonegebrauch von mehr als einer halben Stunde ist aber bei 8- bis 13-Jährigen sechs Mal höher als üblich!

Es gibt einen Zusammenhang zwischen einer intensiven Mediennutzung und Entwicklungsstörungen der Kinder.

Bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr finden sich vermehrt Sprachentwicklungsstörungen sowie motorische Hyperaktivität bei denjenigen, die intensiv Medien nutzen.
Motorische Hyperaktivität ist bei Zwei- bis Fünfjährigen bei einer Smartphone-Nutzung von mehr als einer halben Stunde pro Tag3,5 mal häufiger als normalerweise.

Wird eine digitale Medienkompetenz nicht frühzeitig erlernt, besteht ein erhöhtes Risiko, den Umgang mit den digitalen Medien nicht kontrollieren zu können. Mehr als 16 Prozent der 13- und 14-Jährigen gaben an, Probleme zu haben, die eigene Internetnutzung selbstbestimmt zu kontrollieren.

 

Dr. Uwe Büsching vom Vorstand des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte vertritt die Meinung, dass Kinder prinzipiell vor dem 12. Geburtstag kein Smartphone bekommen sollten.

Quelle: Berlin (APA/dpa)

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