Akutes Koronarsyndrom: Plättchenhemmende Medikamente sehr unterschiedlich wirksam
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Akutes Koronarsyndrom: Plättchenhemmende Medikamente sehr unterschiedlich wirksam

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Presseaussendung der Österreichischen Kardiologengesellschaft zum ESC Kongress 2017 (26. bis 30. 8., Barcelona)

Therapien mit P2Y12-Antagonisten, die nach einem akuten Koronarsyndrom (instabile Angina Pectoris, Herzinfarkt) der Wiederentstehung eines Thrombus in einem Herzkranzgefäß vorbeugen sollen, können je nach verwendetem Medikament zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen. Die Bilanz einer neuen Studie: Die Häufigkeit („kumulative Inzidenz“) für einen neuerlichen Krankenhausaufenthalt mit akutem Koronarsyndrom oder Tod innerhalb von zwei Jahren betrug bei mit Clopidogrel behandelten Patienten 18,7 Prozent, bei Prasugrel 8,7 Prozent und bei Ticagrelor 12 Prozent. Das berichtet Studien-Erstautorin Dr. Safoura Sheikh Rezaei, Assistenzärztin für Innere Medizin an der MedUni Wien, über die auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) vorgestellte Studie.

Ausgewertet wurden codierte Daten aus den Jahren 2009 bis 2014 von 72.676 Patienten mit Entlassungsdiagnose eines akuten Koronarsyndroms nach einem Krankenhausaufenthalt. Erfasst wurden 32.830 Patienten mit Erstverordnung eines P2Y12-Hemmers innerhalb der ersten 30 Tage nach der Index-Diagnose eines akuten Koronarsyndroms. Der Anteil der Patienten, die mit Clopidogrel, Prasugrel oder Ticagrelor behandelt wurden, betrug 56,8 Prozent, 20,4 Prozent und 22,9 Prozent. Die mittlere Behandlungsdauer lag bei 12 Monaten. Bei 32.174 Patienten kam es innerhalb eines Beobachtungszeitraumes von 25 Monaten zu 4.975 Events.

„Die mittlere Behandlungsdauer von P2Y12-Antagonisten bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom in Österreich entspricht den europäischen Richtlinien zur medikamentösen Therapie nach akutem Koronarsyndrom“, so Dr. Sheikh Rezaei. „Das Wiederauftreten von Herzereignissen scheint durch Prasugrel und Ticagrelor, die seit ihrer Markteinführung zunehmend eingesetzt werden, gegenüber Clopidogrel verringert. Clopidogrel wird bei Risikopatienten für Blutungskomplikationen oder Wechselwirkungen weiterhin häufig eingesetzt.“

Die optimale Behandlungsdauer mit P2Y12-Hemmern, so die Studienautorin, werde wegen Nutzen, Blutungsrisiko und Arzneimittelkosten kontrovers diskutiert: „Das Ziel unserer epidemiologischen Studie war es, die Behandlungsdauer und die Zahl von neuerlichen Herzereignissen bei Patienten nach akutem Koronarsyndrom in Österreich zu untersuchen.“

Quelle: ESC Abstract 2017 P3699 Sheikh Rezaei et.al: Clopidogrel, prasugrel, or ticagrelor use and clinical outcome in patients with acute coronary syndrome: a nationwide long-term registry analysis from 2009 to 2014; European Heart Journal (2017) 38 (Supplement) 710 / Journalistenservice - B&K - Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung GmbH

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