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Wiener Grippemeldedienst ist nun wieder online - gleichzeitiger Start für die Grippeimpfaktion

Wiener Grippemeldedienst ist nun wieder online - gleichzeitiger Start für die Grippeimpfaktion

Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien - Magistratsabteilung 15 informiert jetzt wieder online unter: www.influenza.wien.at über den Verlauf der Grippeaktivität. Der Dienst liefert wöchentlich aktualisierte Daten der Grippeerkrankungen mit einer grafischen Darstellung der Grippeaktivität in Wien.

Die zeitnahe Information solle die Bevölkerung in Verbindung mit Hygiene- und Impftipps auch auf eine rechtzeitige Vorsorge hinweisen, hieß es in einer Aussendung. In Europa tritt die saisonale Influenza jährlich in den Wintermonaten in Form von kleineren oder größeren Epidemien auf. Die Saison 2016/2017 war durch einen ungewöhnlich frühen Beginn der Influenza Aktivität gekennzeichnet. Bereits vor Weihnachten, in der 50. Kalenderwoche 2016, lag die Anzahl der Neuerkrankungen bei rund 9.000. Der Höhepunkt der Grippewelle in Wien wurde mit rund 19.700 Neuerkrankungen in der ersten Jännerwoche registriert. In der Woche darauf waren es noch rund 19.200 Neuerkrankungen. Danach kam es zu einem kontinuierlichen Absinken der Influenza-Aktivität.

Die Ausprägung kann jedoch von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein. Der Verlauf einer Grippesaison wird von der Aggressivität der jeweils zirkulierenden Influenzaviren, aber auch vom Impfverhalten und dem Hygieneverhalten der Bevölkerung beeinflusst. Ausprägung, Schwere und Dauer einer Grippesaison lassen sich daher nur im Verlauf selbst feststellen.

Es könnte aber Hinweise auf eine eventuell bevorstehende starke Erkrankungswelle in nördlichen Breiten geben. Australien litt in seinen Wintermonaten bis zum aktuellen Datum unter einer besonders schweren Influenzasaison. Allein 167.000 labor-bestätigte Fälle wurden bisher gemeldet. Das war fast die doppelte Anzahl im Vergleich zum Vorjahr.

"Der Verlauf der Influenza-Saison ist sehr schwer vorherzusagen", erklärte Sozialmedizinerin Ursula Kunze vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien vor kurzem. "Was auf der Südhalbkugel passiert, ist aber ein wichtiger Anhaltspunkt." Dort dominierte heuer ein A(H3N2)-Stamm der Influenza-Erreger. Am häufigsten betroffen waren Personen über 80 sowie Kinder zwischen fünf und neun Jahren. Ausgehend von der australischen Erfahrung beginne man sich auch in Europa auf eine schwere Saison einzustellen. So plant beispielsweise das britische National Health Service (NHS) bereits zusätzliche Krankenhausbetten ein. Dort kam es vergangenes Jahr zu einem Chaos, weil Krankenbetten und Krankentransportkapazitäten fehlten.

Der Grippemeldedienst der Stadt Wien ist Teil eines Netzwerkes zur Überwachung der Grippeaktivitäten in Österreich und besteht in Wien seit dem Jahr 1970. Eine Gruppe von niedergelassenen Wiener Ärztinnen und Ärzten meldet jährlich während der Grippezeit ab Oktober bis April einmal pro Woche die Anzahl an grippalen Infekten und Grippeerkrankungen. Diese Daten werden dann auf Wien hochgerechnet (das sogenannte Sentinella-System) und ergeben die Anzahl der wöchentlichen Neuerkrankungen.

Die Daten des Wiener Grippemeldedienstes fließen auch in die Bewertung der Grippeaktivität durch das Departement für Virologie der Medizinischen Universität Wien ein, welches in Abhängigkeit der Analyseergebnisse aus den österreichweiten Meldedaten und den vorliegenden virologischen Daten sowohl den Beginn als auch das Ende einer Grippeepidemie in Österreich bekannt gibt.

Die österreichischen Experten raten zur Grippeimpfung. Sie kann beim niedergelassenen Hausarzt oder im Rahmen des öffentlichen Gesundheitswesens erfolgen. In den Wiener Bezirksgesundheitsämtern und im Impfservice der MA 15 findet vom 2. Oktober bis 7. Dezember 2017 die jährliche Grippeimpfaktion statt. Die Kosten für die Impfung betragen Euro 11,10 (Auskünfte zu den aktuellen Impfzeiten und Adressen der Impfstellen gibt die MA 15 unter der Servicenummer 01 4000-8015, Montag bis Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr, oder unter: www.influenza.wien.at.

In diesem Jahr wird bei den inaktivierten Influenza-Vakzinen auch eine mit Antigenen gegen zwei A-Influenza-Viren und zwei B-Influenza-Viren angeboten. Das soll bei den Influenza-B-Infektionen den Schutz verbreitern. Dieser Impfstoff sei besonders für Menschen mit hohen Personenkontakten im Gesundheitswesen, für Lehrer und Kindergärtnerinnen wahrscheinlich von Vorteil. Menschen ab 60 sollten mit einer adjuvierten Vakzine (Zusatzstoff zur Verstärkung der Immunantwort enthalten; Anm.) geimpft werden. Für Kinder und Jugendliche ist auch ein als Nasenspray anzuwendender Lebendimpfstoff (zwei Influenza A- und zwei Influenza B-Typen) zugelassen.

Die jährliche Influenzaimpfung wird für alle, die sich schützen wollen, empfohlen, ganz besonders aber für die im Österreichischen Impfplan angeführten Personengruppen mit Risikofaktoren.

Eine Vorhersage, wie gut der Einzelne gegen Influenza in der kommenden Saison geschützt sein wird, ist nicht exakt möglich. Gegenwärtige epidemiologische Daten deuten an, dass die im Impfstoff enthaltene A(H3N2)-Komponente möglicherweise keine optimale Schutzwirkung haben wird", schrieben die Experten.

Insgesamt seien die Immunisierten aber im Vorteil. Selbst wenn sie erkrankten, verlaufe die Infektion zumeist milder und kürzer. Es träten weniger Komplikationen auf. Seltener sei auch ein Spitalsaufenthalt. "Die beste Zeit für die Influenzaimpfung beginnt Ende Oktober", betonten die Experten.

Quelle: APA

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