Migräne im therapeutischen Alltag
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Migräne im therapeutischen Alltag

Migräne im therapeutischen Alltag

Dr. med. Ulrich Selz, niedergelassener Arzt in Ingolstadt, über die Behandlung chronischer Erkrankungen wie Migräne.

Die Migräneerkrankung

Die Migräneerkrankung ist ein sehr weitverbreitetes Leiden. Oft sind Ärzte, Heilpraktiker und andere Therapeuten mit ihren Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass ein multimodaler Behandlungsansatz, der die BEMER-Technologie berücksichtigt, zum Erfolg führen kann. Die Fachgesellschaften stufen Migräne zwar als unheilbare neurologische Erkrankung mit genetischen Ursachen ein, doch Patienten berichten immer wieder davon, dass verschiedenste Behandlungsansätze oftmals zum Therapieerfolg geführt haben, auch wenn dies im Widerspruch zur bestehenden Lehrmeinung steht. Tatsächlich gelingt es fast immer, den Zustand von Migränepatienten durch eine konsequente Diagnostik und Behandlung von Auslösern und Triggerfaktoren zu verbessern. Eine rein analgetische Versorgung des Patienten ändert aktiv nichts am Gesundheitszustand des Betroffenen, sondern wirkt nur reaktiv beim Auftreten des Schmerzes.

Mikrozirkulation im Gehirn verbessern

Seit den 1980er-Jahren ist die Rolle der Durchblutung im Gehirn während eines Migräneanfalls wissenschaftlich bekannt. Nachdem die Erregungsfront durch das Gehirn gezogen ist, fallen die Gehirnzellen in einen lethargischen Zustand. In dieser Phase werden Entzündungs- und Schmerzbotenstoffe ausgeschüttet, sodass sich die Blutgefäßwände entzünden. Das ist die Ursache für den Schmerz. Als Folge daraus entsteht eine Mikrozirkulationsstörung. So kommt es zur Entfaltung des Anfalls und zur Entstehung der Aura. Die Gehirnzellen bekommen zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe, sodass sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Dabei können Sprach-, Seh- und Hörstörungen oder Lähmungen auftreten.

Fernwirkung von Organen beachten

Viele Frauen mit Migräne leiden in Wirklichkeit unter einer Lutealinsuffizienz (Hormonschwäche des Eierstocks) und somit an einem Mangel des Hormons Progesteron. Die weibliche Menstruationsblutung ist eine Hormonentzugsblutung, ausgelöst durch den klaren Abfall des Progesteronspiegels. Dadurch kontrahieren sich die Blutgefäße und die Uterusschleimhaut blutet ab. Ähnliche Effekte scheinen die Zirkulation der Kopfgefäße zu beeinflussen, was zur zyklusabhängigen Migräne führt. Die natürliche Hormontherapie kann hier eine Linderung bringen. Inzwischen hat das Wissen um die Wichtigkeit der Darmbakterien auch an den Universitäten Einzug gehalten. Insbesondere an der Universitätsklinik Heidelberg wird verstärkt am Mikrobiom des Menschen geforscht. Durch eine Überwucherung der Darmflora mit Fäulniskeimen wie E. coli, Enterkokkus oder Clostridien, kommt es zur verstärkten Freisetzung von biogenen Aminen wie Tyramin oder Histamin. Diese vasoaktiven Substanzen können eine Migräneerkrankung erhalten bzw. verstärken. Durch eine konsequente Florasanierung kann auf diesem Wege vielen Migränepatienten geholfen werden.
Die flankierende Suche und Behandlung von Ursachen und Triggern ist aus meiner Sicht die unerlässliche Basis für den Therapieerfolg bei Migräne. Die BEMER-Technologie liefert einen wichtigen Baustein in einem multimodalen Therapiekonzept. Sie setzt an der Wiederherstellung der beeinträchtigen  Mikrozirkulation an. Dies führt zu einem verbesserten Abfluten zahlreicher Schmerz- und Botenstoffe während des Anfalls. Außerdem wird die Versorgung der Gehirnzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen wieder sichergestellt. Diese Effekte können auch an allen Organen beobachtet werden. Die „Physikalische Gefäßtherapie BEMER“® sollte nie als Monotherapie, sondern als gewichtige Option in einem individuellen Therapiesetting bei Migräne verstanden werden.

 

Quelle: Der Haug Report - Physikalische Verfahren IV,  Sonderausgabe zum Jubiläum der 50. Medizinischen Woche Baden-Baden. Haug Verlag in Thieme Verlagsgruppe, 2016

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