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Healthy Aging aus sozialmedizinischer Sicht

Was sind die wichtigsten Faktoren für ein gesundes Altern aus sozialmedizinsicher Sicht? Lesen Sie mehr dazu in diesem Artikel!


Healthy Aging aus sozialmedizinischer Sicht

 

CredoWeb: Was sind die wichtigsten Faktoren für ein gesundes Altern aus sozialmedizinsicher Sicht?

 

ao. Univ.-Prof. Dr. Éva Rásky: Soziale Determinanten sind wesentliche, die Gesundheit beeinflussende, Faktoren. Dies hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Fakten belegt (http://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/108082/E59555G.pdf?sequence=3&isAllowed=y).

 

Auch für das Alter und das Altern hat die WHO die beeinflussenden Faktoren zusammengestellt (http://www.who.int/ageing/healthy-ageing/en/).


Wichtig sind neben den genetischen und biologischen Faktoren,

 

  • die ökonomische Situation des/der Einzelnen,
  • die soziale Einbindung,
  • die Wohnsituation,
  • die Infrastruktur wie Einkaufsmöglichkeiten und Mobilität (öffentliche Verkehrsanbindung),
  • das Gesundheitsverhalten und
  • bei Bedarf die Verfügung über assistierende Technologien und ausreichende Betreuung und Pflege.




Gesellschaftliche Voraussetzungen für ein gutes Altern sind: ökonomische Absicherung, Mitbestimmung und Teilhabe ermöglichen, Stereotypen über alte Menschen zu überdenken, Umfeld/Umwelt altersangepasst gestalten und eine qualitätsgesicherte Langzeitpflege für Betroffene sichern.

 

CredoWeb: Wie sieht die Verteilung und Entstehung von Gesundheit und Krankheiten in Zukunft aus? Ist in diesem Zusammenhang ein höheres Alter in guter Gesundheit realistisch?

 

ao. Univ.-Prof. Dr. Éva Rásky: Untersuchungen weltweit zeigen, dass die Lebenserwartung generell in den letzten Jahrzehnten für Frauen und Männer angestiegen ist.
 

 

Auch die fernere Lebenserwartung ohne Funktionseinschränkungen im Alter von 60 Jahren ist mit einigen Ausnahmen gestiegen. D.h. in den Industrienationen lebt die Bevölkerung gesünder und hat eine höhere Lebenserwartung als Generationen davor.

 

Deutlich gemacht werden muss aber, dass dies für einzelne soziale Gruppen nicht zutrifft. Frauen und Personen in niedrigeren sozialen Schichten profitieren von der Steigerung der generellen Lebenserwartung nicht im gleichen Ausmaß wie Männer und Angehörige höherer sozialer Schichten.

 

 

Um das Altern in guter Gesundheit für alle Schichten zu ermöglichen, müssen zielgruppenspezifische gesundheitsfördernde Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.
 

CredoWeb: Welche Präventionsmaßnahmen wären wichtig bzw. würden Sie sich wünschen um ein healthy aging zu gewährleisten? Was kann jeder einzelne tun?

 

ao.Univ.-Prof. Dr. Éva Rásky: Es müssen verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen kombiniert werden. Denn das Gesundheitsverhalten ist nicht nur die Entscheidung des/der Einzelnen, es wird mitbestimmt von sozialen Faktoren bspw. Bildung und Einkommen, und von den Möglichkeiten, die die Umwelt den/der Einzelnen bietet wie Infrastruktur, Verkehrsanbindung und öffentliche Parks.

 

 

Die bevölkerungsbezogenen Maßnahmen sollen den einzelnen Personen ermöglichen gesund zu leben, d.h. deren Gesundheitskompetenz muss gestärkt werden, ihre Teilhabemöglichkeit gesichert werden und die Förderung und Unterstützung eines gesunden Lebensstils erfolgen mit Rauchstoppmaßnahmen, Ernährungsinformationen und bewegungsfördernde Angebote bspw. mit Bewegungsparks. In Österreich versucht man dies mit nationalen Aktionsplänen zu erreichen.

 


 

Interview: Christina Neumayer/CredoWeb

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