Alzheimer: neuer Ansatz für Hemmung des Entzündungsprozesses im Gehirn
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Alzheimer: neuer Ansatz für Hemmung des Entzündungsprozesses im Gehirn

Alzheimer: neuer Ansatz für Hemmung des Entzündungsprozesses im Gehirn

Forscher an der Universität Graz konnten erstmals zeigen, dass die Hemmung des Enzyms Monoglyzerid-Lipase in sogenannten Sternzellen des Gehirns eine Entzündungshemmende Wirkung hat.

Foto: Arbeitsgruppe rund um Univ.-Prof. Dr. Robert Zimmermann, Quelle: hier

Graz (APA) - Erkrankungen, wie Alzheimer oder Parkinson stehen im Zusammenhang mit Entzündungsreaktionen (Neuroinflammation) im Gehirn. Das Enzym Monoglyzerid-Lipase (MGL) spielt im menschlichen Fettstoffwechsel eine bedeutende Rolle - und eben bei derartigen Entzündungsprozessen im Gehirn - wie die Grazer Forscher um Robert Zimmermann vom Institut für Molekulare Biowissenschaften in ihren jüngsten Studien zeigten. Die Ergebnisse wurden in der jüngsten Ausgabe des Fachjournals "The Journal of Biological Chemistry" veröffentlicht.

Erhöhung des Arachidonyl-Glyzerol-Spiegels

Die Experten der Uni Graz kooperierten mit Kollegen der Medizinischen Universität Graz sowie aus Amsterdam und München. In ihren Versuchen zeigte sich, dass das Enzym MGL sogenanntes Arachidonyl-Glyzerol spalten kann und dabei eine Fettsäure namens Arachidonsäure freisetzt. Diese habe laut den Grazer Wissenschaftern eine wichtige Auslösefunktion von Entzündungsprozessen im Körper.

Das Arachidonyl-Glyzerol ist ein körpereigener Botenstoff, der im Gehirn an die gleichen Rezeptoren bindet wie psychoaktive Inhaltsstoffe aus Cannabis. Solche sogenannten Endocannabinoide wirken dadurch entzündungshemmend.

Bei den Versuchen zeigte sich, dass eine Blockierung von MGL mit Hilfe gentechnischer Methoden sich positiv auf den Arachidonyl-Glyzerol-Spiegel auswirkt - was letztlich die Neuroinflammation hemmt. Ein zu hoher Spiegel des Endocannabinoids geht allerdings mit Nebenwirkungen einher, wie sie auch bei übermäßigem Cannabis-Konsum auftreten: u.a. Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Reaktionsfähigkeit und der Bewegungskoordination. Die künstliche Erhöhung des Arachidonyl-Glyzerol-Spiegels ist demnach kein optimaler Weg, um Entzündungsprozesse im Gehirn zu hemmen.

Sternzellen untersucht

Die Grazer Forscher haben nun jedoch einen anderen interessanten Zusammenhang entdeckt: Sie haben jene Sternzellen untersucht, die bei der Freisetzung der Arachidonsäure involviert sind. Diese sternartigen Zellen, die lange Zeit nur als Füll- und Hilfsmaterial im Zentralnervensystem angesehen wurden, haben im Gehirn mehrere Funktionen. Unter anderem sind sie an der Blut-Hirn-Schranke beteiligt, das heißt sie docken an den Gefäßen an und kontrollieren, welche Stoffe über das Blut ins Organ gelangen.

"Wir haben das MGL in den Sternzellen ausgeschaltet", berichtete Gernot Grabner, Erstautor der aktuellen Publikation. "Dabei konnte beobachtet werden, dass bereits dieser Schritt die neuronalen Zellen vor Entzündungen schützt. Die Nebenwirkungen sind in diesem Fall ausgeblieben" so Grabner.

Service: Grabner, Eichmann, Wagner et al.: "Deletion of Monoglyceride Lipase in Astrocytes Attenuates Lipopolysaccharide-induced Neuroinflammation", The Journal of Biological Chemistry, Vol. 291, Issue 2, 913-923, January 8, 2016

Quelle: https://science.apa.at/rubrik/medizin_und_biotech/...

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