Darmspiegelung ist Früherkennung und "Krebsvorsorge"
24.02.16
CredoMedia - Medizin Aktuell
CredoMedia - Medizin Aktuell
Themenseite
Darmspiegelung ist Früherkennung und "Krebsvorsorge"

Darmspiegelung ist Früherkennung und "Krebsvorsorge"

Seit in Deutschland 2002 die Vorsorge-Koloskopie (Darmspiegelung) in das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm aufgenommen wurde, ist die altersstandardisierte Darmkrebs-Neuerkrankungsrate um 14 Prozent gesunken. Österreich sollte hier nachziehen.

Foto:vampy1 / 123RF Lizenzfreie Bilder

 

In Österreich erkranken pro Jahr etwa  5000 Menschen an Dickdarmkrebs. Eine Koloskopie kann nicht nur helfen, den Krebs frühzeitig zu kennen, eventuelle Krebsvorstufen - sogenannte Adenome -  könnten dabei auch gleich entfernt werden. Da sich Kolonkarzinome meist sehr langsam über viele Jahre entwickeln, könnte ein flächendeckendes Screening-Programm per Koloskopie die Neuerkrankungen und Mortalität deutlich senken. Bei dieser risikoarmen Vorsorge-Methode wird die Darmschleimhaut mit einem Endoskop, in das eine Videokamera integriert ist, untersucht.

In Deutschland starker Rückgang an Neuerkrankungen

Besonders bei der Altersgruppe ab 55 Jahren konnte im Untersuchungszeitraum zwischen 2003 und 2012 eine Trendumkehr beobachtet werden: Bevor die Vorsorge-Koloskopie ins Krebsfrüherkennungs-Programm aufgenommen wurde, war die Neuerkrankungsrate über mehrere Jahrzehnte angestiegen. Doch zwischen 2003 und 2012 sank die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate in Deutschland um rund 14 Prozent. Die Darmkrebssterblichkeit ist sogar um 20,8 Prozent bei Männern und um 26,5 Prozent bei Frauen gesunken.

In den Altersgruppen unter 55, die nicht in das Vorsorge-Programm fielen, war kein Rückgang an Neuerkrankungen zu beobachten.

Vorarlberg hatte bereits Screeningprogramm

2007 wurde in Vorarlberg ein Darmkrebs-Screeningprogramm per Koloskopie etabliert und über 7 Jahre durchgeführt. Mehr als 20 Prozent der über 50-Jährigen nahm daran teil und vielen Menschen konnte durch die Krebsfrüherkennung das Leben gerettet werden. Trotz der guten Ergebnisse ist aber eine flächendeckende Ausweitung dieses Programms in Österreich bisher ausgeblieben.

Quelle: DKFZ Heidelberg

Kommentare