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Ein kleiner, nackter Nager als große Hoffnung in der Krebsforschung?

Ein kleiner, nackter Nager als große Hoffnung in der Krebsforschung?

Foto: Wikipedia / frei

 

Obwohl der kleine, nackte Nager nicht wirklich der Schönste im Tierreich ist, hat ihn die Evolution mit einem durchaus vorteilhaften Mechanismus ausgestattet: Das Eiweißmolekül A2M (Alpha2-Makroglobulin) schützt ihn vor Tumoren, er erkrankt demnach nicht an Krebs. Diese tumorhemmende Wirkung entsteht dadurch, dass A2M die Signalwege unterbricht, über die gesunde Zellen angestiftet werden, sich in Krebszellen umzuwandeln.

Mit A2M auch Tumorbildung bei Menschen verhindern?

Professor Gerd Birkenmeier vom Institut für Biochemie der Uni Leipzig forscht schon seit mehreren Jahren mit den kleinen Nagetieren und geht davon aus, dass das Eiweißmolekül A2M auch beim Menschen bösartige Zellwucherungen verhindert könnte. Die Konzentration von A2M nimmt beim Menschen ab dem 20. Lebensjahr kontinuierlich ab, beim Nacktmull hingegen bleibt die Menge des Eiweißmoleküls bis zum natürlichen Tod konstant gleich.

Diese Erkenntnis könnte ein völlig neuer Ansatz in der Krebstherapie sein und konnte inzwischen auch erfolgreich bei Tierversuchen nachgewiesen werden.

Da A2M als Beiprodukt in der Blutplasmaaufbereitung anfällt, könnte man das Protein auch bei einem Patienten gewinnen, aktivieren und wieder in den Körper zurückführen. Wie lange es dauern wird, bis Patienten mit diesem Verfahren geholfen werden kann, lässt sich noch nicht sagen. Sicher ist aber, dass der kleine, schrumpelige Nacktmull zu einem wichtigen, ersten Schritt beigetragen hat.

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