Lebensmittelallergien sind in eingem Zusammenhang mit Darmbakterien
09.09.16
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Lebensmittelallergien sind in eingem Zusammenhang mit Darmbakterien

Lebensmittelallergien sind in eingem Zusammenhang mit Darmbakterien

Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf das Protein NOD2 - es versetzt das Immunsystem in die Lage, Darmbakterien zu erkennen

Wie stark Lebensmittelallergien ausfallen, hängt auch von der Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm zusammen. Das konnten Forscher der Technischen Universität München (TUM) zeigen. Ein entsprechender Artikel ist im "Journal of Investigative Dermatology" erschienen. Die Ergebnisse wurden außerdem beim Jahrestreffen der Europäischen Gesellschaft für Dermatologische Forschung (ESDR, 7. bis 10. September) in München präsentiert.

Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf das Protein NOD2. Es versetzt das Immunsystem in die Lage, Darmbakterien zu erkennen, wodurch zahlreiche komplexe Prozesse in Gang gesetzt werden. Es wurde untersucht, welche Auswirkungen es hat, wenn dieser Erkennungsrezeptor fehlt.

Das Team um Tilo Biedermann hat dabei nachgewiesen, dass sich bei fehlendem NOD2 die Immunreaktion des Körpers grundlegend verändert. Anstelle von Zellen wie den regulatorischen T-Zellen, die eine Aktivierung des Immunsystems unterdrücken, werden verstärkt Th2-Helferzellen gebildet.

Diese sorgen wiederum dafür, dass verstärkt IgE produziert wird.
Bei Lebensmittel-Allergikern ist IgE im Körper bekanntlich auf die jeweiligen Allergene "trainiert" und regt Zellen dazu an, eine allergische Reaktion auszulösen. Dementsprechend kam es im Mausmodell auch zu besonders schweren allergischen Reaktionen, wenn NOD2 fehlte. Die Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota dieser Tiere war verändert. Wurde die Zusammensetzung der Darm-Bakterien wieder normalisiert, konnten schwere allergische Reaktionen auch bei fehlendem NOD2 verhindert werden.

"Dieser Zusammenhang zwischen der Darmflora und der Produktion von Antikörpern eröffnet uns neue Ansätze für Therapien bei Patienten, bei denen die Mikrobiota geschädigt ist", so Studienleiter Biedermann. "Wenn es beispielsweise gelingt, die Ansiedlung von ungefährlichen Bakterien im Darm zu fördern, könnte man auch die Reaktion des Körpers auf Allergene abschwächen."

Quelle: Journal of Investigative Dermatology (abstract), EDSR Jahrestreffen/APA

Bildquelle: APA/dpa/Z1003 Jens Büttner

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