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Neue Gesundheitsbedrohungen durch Zika-Virus, MERS, Vogelgrippe und Antibiotikaresistenz

Neue Gesundheitsbedrohungen durch Zika-Virus, MERS, Vogelgrippe und Antibiotikaresistenz

Neue Gesundheitsbedrohungen durch Zika-Virus, MERS, Vogelgrippe und Antibiotikaresistenz
ist das Thema der Internationalen Konferenz IMED 2016, die von 4. bis 7. November in Wien stattfindet. Seit der letzten IMED, dem Internationalen Meeting über neue Infektionserkrankungen und deren Überwachung (International Meeting on Emerging Diseases and Surveillance) im Jahr 2014 waren ÄrztInnen, HelferInnen, ForscherInnen und Teile der Bevölkerung durch Ausbrüche neuer und bereits bekannter Infektionskrankheiten weiterhin gefordert.
 
Der westafrikanische Ebola-Ausbruch markierte eine unvergleichliche Krise globalen Ausmaßes und es gilt noch viel daraus zu lernen. Das MERS-Virus breitete sich nach Korea aus und wird zunehmend zu einer globalen Bedrohung. Das Zika-Virus, das 2015 erstmals in Südamerika auftauchte, ist eine ernstzunehmende Gefahr für schwangere Frauen. Und die wachsende Resistenz von Krankheitserregern stellt ein grundlegendes Hindernis dar, um auf Epidemien angemessen reagieren zu können. Zusätzlich wurden durch die Flüchtlingskrise in Europa die Bedenken eines Wiederauftretens von Infektionskrankheiten sowie Forderungen nach Gesundheitskontrollen (Monitoring) und Vorsorgeuntersuchungen (Screening) von Migranten, die in Europa und andernorts Schutz suchen, wieder lauter.

Ganzheitlicher, interdisziplinärer One-Health-Ansatz 

Für die Forschung und Entwicklung effektiver Langzeitlösungen sind ein internationaler wissenschaftlicher Austausch und Kooperationen unerlässlich. Um neues Wissen und Forschungsergebnisse zu präsentieren sowie über Möglichkeiten zur Erkennung und Verhinderung von Ausbrüchen neuer Infektionskrankheiten zu diskutieren, versammelt die Internationale Gesellschaft für Infektionskrankheiten (ISID) und ihr Monitoring-Programm ProMED im Rahmen der IMED 2016 (International Meeting on Emerging Diseases and Surveillance – Internationales Meeting über neue Infektionserkrankungen) heuer von 4. bis 7. November Wissenschafts- und GesundheitsexpertInnen aus aller Welt in Wien. Die Konferenz widmet sich dem ganzheitlichen, interdisziplinären One-Health-Ansatz, der die komplexen Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier, Umwelt und neu auftretenden Infektionskrankheiten beschreibt und die enge Zusammenarbeit der im öffentlichen Gesundheits- und Veterinärwesen tätigen Berufsgruppen erfordert.
 
Auf der IMED 2016 werden neuartige Labormethoden und Diagnosemöglichkeiten, Genomik, Risikokommunikation sowie politische und gesellschaftliche Reaktionen auf Krankheitsausbrüche thematisiert. Die Konferenz setzt sich aus Plenarsitzungen, Symposien, Round-Table-Gesprächen sowie Präsentationen von eingereichten Abstracts zusammen.
 
Die Themen der IMED 2016 sind:

• Neue, global auftretende Infektionskrankheiten von Mensch und Tier und das One-Health-Konzept
• Globale Migration, Gesundheitsmaßnahmen für Flüchtlinge und Immigranten sowie Fragen rund um erneut auftretende Infektionskrankheiten und Vorsorgeuntersuchungen (Screening) von Migranten
• Technologie, Big Data, Krankheitsüberwachung
• Ebola, Zika, Vogelgrippe usw.
• Antimikrobielle Resistenz
• Zukünftige Epidemien: Überträger von Infektionskrankheiten, Schnittstelle von Mensch und Tier, Ökosystem und Umwelt
• Prävention von neu auftretenden Infektionskrankheiten und Epidemien
• Datenaustausch während Epidemien und Pandemien etc.
 
Highlight: Hackathon am 3.-5. November 2016

Zum ersten Mal wird vor der IMED 2016 ein Hackathon (Wortschöpfung aus "Hack" und "Marathon") stattfinden. Dabei arbeiten funktionsübergreifende Teams innerhalb eines vorgegeben Zeitraums an praxisorientierte Lösungen an den Schnittstellen von Klimawandel, Migration, Technologie, Medizin, öffentlichem und privatem Sektor sowie Sozialökonomie. Prototyp-Projekte werden dann während der IMED vorgestellt. Partner des Hackathon sind die Initiative MIT Hacking Medicine vom Massachusetts Institut für Technologie in Cambridge (USA), das Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien und Epidemico.
 
Über IMED

Seit seiner Gründung ist IMED ein Gesundheitsforum, das GesundheitsexpertInnen der Human- und Veterinärmedizin und ForscherInnen aus aller Welt vereint und den Raum für Diskussionen rund um das Thema Epidemien und neu auftretende Infektionskrankheiten – Umgang und Prävention – bereitstellt. Neue Daten und Fakten werden präsentiert sowie mögliche Lösungen für Bedrohungen besprochen. Während sich neue Krankheitserreger ausbreiten, entwickeln sich auch unsere Methoden zur Früherkennung, Prävention, Kontrolle und Behandlung von Infektionskrankheiten und Epidemien.
 
Über ISID

Die Mission der Internationalen Gesellschaft für Infektionskrankheiten (International Society for Infectious Diseases, ISID) ist es, GesundheitsexpertInnen weltweit in ihrer Arbeit zu unterstützen um die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern, Epidemien früh zu erkennen und Krankheitsausbrüche zu behandeln und zu verstehen. Die Programme von ISID umfassen Stipendien, Forschungsförderungen, Publikationen, internationale Kongresse sowie ProMED und EpiCore, weltweite Systeme zur Früherkennung von Epidemien. ISID hat über 81.000 Mitglieder in 201 Ländern.
 
Über ProMED:

Das Monitoring-Programm ProMED (Program for Monitoring Emerging Diseases) ist ein globales Alarmsystem, das die schnelle, weltweite Informationsweitergabe über neu auftretende Infektionskrankheiten und Epidemien sicherstellt. ProMED ist frei zugänglich und politisch unabhängig. Durch die Bereitstellung und weltweite Verbreitung von aktuellen und seriösen Nachrichten über gesundheitliche Bedrohungen von Mensch, Tier und Pflanzenwelt, können Vorsorgemaßnahmen rechtzeitig veranlasst werden, um eine Massenausbreitung zu verhindern und Leben zu retten. ProMED erreicht mehr als 70.000 Follower in 201 Ländern und ist ein Programm der ISID (International Society for Infectious Diseases).

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