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Rauchen steigert das Risiko für Darmkrebs bei Frauen eher

Rauchen steigert das Risiko für Darmkrebs bei Frauen eher

Geschlechtsspezifische Daten im Bereich des Darms sind bisher noch rar, werden für die Entwicklung von Vorsorgekonzepten aber immer wichtiger


Rauchen steigert das Risiko für Darmkrebs und dessen Vorstufen. Frauen sind gefährdeter als Männer. Das zeigt eine Studie der Medizinischen Universität Wien, die im "British Journal of Cancer" vorgestellt wurde.

Das Team um Monika Ferlitsch untersuchte in der Arbeit, ob der Lebensstil Einfluss auf die geschlechtsbedingten Unterschiede bei der Anfälligkeit für Dickdarmkrebs und dessen Adenome hat. "Wir wollten wissen, ob Männer eventuell ungesünder leben und das der Grund für ihr erhöhtes Darmkrebsrisiko ist. Geschlechtsspezifische Daten im Bereich des Darms sind bisher noch rar, werden für die Entwicklung von Vorsorgekonzepten aber immer wichtiger", so Ferlitsch.

Auch klassische Risikofaktoren wie BMI, Alkoholkonsum, Rauchen, Cholesterinspiegel, Blutzucker oder Blutdruck erfasst

An der Studie waren 25.409 Patienten beteiligt, je zur Hälfte Männer und Frauen. In einem ersten Schritt wurden klassische Risikofaktoren wie BMI, Alkoholkonsum, Rauchen, Cholesterinspiegel, Blutzucker oder Blutdruck betrachtet und dann eine Koloskopie vorgenommen.

Die Ergebnisse sind aus Sicht der Forscher bemerkenswert: Das Geschlecht einer Person scheint mehr Einfluss darauf zu haben, ob eine Person Darmkrebs oder Vorstufen davon entwickelt, als die Lebensführung. Einzige Ausnahme: das Rauchen. Rauchen erhöht bei beiden Geschlechtern die Wahrscheinlichkeit für Adenome. Bei Männern steigt das Risiko dafür im Vergleich zu Nichtrauchern um 46 Prozent, bei Frauen um 76 Prozent. Das Risiko für fortgeschrittene Adenome ist bei rauchenden Frauen sogar um 100 Prozent höher als bei Nichtraucherinnen. Die Gründe dafür sind noch unklar.

"Da wir aufgrund der Risikofaktoren allein nicht abschätzen können, wie wahrscheinlich eine Person von Darmkrebs oder seinen Vorstufen betroffen ist, bleibt die Darmspiegelung das Mittel der Wahl, wenn es um die Vorsorge geht. Männer wie Frauen ab 50 sollten sich regelmäßig einer Darmspiegelung unterziehen", unterstreicht Ferlitsch.

Quelle: British Journal of Cancer (abstract)/APA

Bildquelle: APA (dpa)

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