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Forscher wollen Aneurysma-Risiko besser abschätzen

Forscher wollen Aneurysma-Risiko besser abschätzen

Forscher der Technischen Universität Graz gehen derzeit der Frage nach, wie abdominale Aorten-Aneurysmen (AAA) auf Belastungen reagieren, warum sie schließlich reißen und welche Rolle die Kollagenfasern dabei spielen. Erste Ergebnisse wurden im "Journal of the Royal Society Interface" vorgestellt.

In den vergangenen Monaten haben die Wissenschaftler Gewebeproben von 17 menschlichen Bauch-Aorten (abdominalen Aorten, AA) und aus elf postoperativen Gewebeproben von abdominalen Aorten-Aneurysmen (AAA) strukturell und mechanisch miteinander verglichen. Mithilfe einer neu entwickelten Methode der Probenpräparation, welche die rund einen Millimeter starke Arterienwand durchsichtig macht, und Multiphotonen-Mikroskopie konnten sie die Kollagenfasern in den Proben über die gesamte Dicke der Gefäßwand analysieren. Dabei haben sie das Gefäß auch im Zuge von biaxialen Streckversuchen beobachtet. "Wir haben ganz bemerkenswerte Unterschiede zwischen den kranken und gesunden Geweben gesehen", hob Studienleiter Gerhard A. Holzapfel hervor.

Feinstruktur in der erkrankten Aorta substanziell gestört

So konnten die Forscher erkennen, dass es deutliche Veränderungen der Faserarchitektur, des Faserdurchmessers und auch der Welligkeit des Gewebes gibt. In gesunden Arterien sei beispielsweise die parallele Ausrichtung der Kollagenfasern für die mechanische Stabilität ausschlaggebend. Diese Feinstruktur werde in einer erkrankten Aorta substanziell gestört. Die charakteristische Wandarchitektur mit den drei unterschiedlichen Schichten war in den AAA-Proben überhaupt nicht mehr erkennbar. "Wir verstehen jetzt die strukturellen Veränderungen ein Stück besser. Ziel ist es, im Detail zu verstehen, wie diese Erkrankung entsteht und sich weiterentwickelt, um verbesserte Präventivbehandlungen und Interventionen zu entwickeln", resümierte Holzapfel.

Quelle: Journal of the Royal Society Interface (abstract)

Bildquelle: shutterstock

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