Die Kleinsten ganz groß - Über Babymassage und Kinderyoga
Die Kleinsten ganz groß - Über Babymassage und Kinderyoga
Die Kleinsten ganz groß - Über Babymassage und Kinderyoga
19.12.16
Gabriele Honauer
Gabriele Honauer
Gesundheitsexpertin
Die Kleinsten ganz groß - Über Babymassage und Kinderyoga

Die Kleinsten ganz groß - Über Babymassage und Kinderyoga

Bei der Babymassage steht nicht der medizinische Bereich im Vordergrund, sondern der emotionale. Aber auch Kinder und Jugendliche haben einen sehr offenen Zugang zu Yoga und Tiefenentspannung.

Yoga für Schwangere ist absolut sinnvoll und gar nicht so schwierig, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Übungen müssen zwar minimal abgewandelt werden, im Grunde können aber die meisten ganz normal durchgeführt werden. Das tut den Frauen nicht nur gut, sondern fördert auch das Körperbewusstsein in dieser sehr intensiven Phase. Die werdenden Mütter lernen sich in die Dehnung hinein zu entspannen. Gerade in der ersten Phase der Geburt ist es wichtig, dass sich die Frauen nicht verkrampfen und anspannen, sondern diesen Dehnungsschmerz annehmen. Genau das können sie in den Kursen lernen und dann während der Geburt anwenden. Das ist die älteste Geburtsvorbereitung überhaupt.

Die meisten Mütter nehmen auch nach der Schwangerschaft an den Babymassage-Kursen teil. Hier treffen sich für 1-1 ½ Stunden bis zu zehn Frauen mit Ihren Babys in einer entspannten, angenehmen Atmosphäre. Diese (indische) Ganzkörper-Babymassage geht zurück auf Frédéric Leboyer. Die Babys sind nackt und werden von den Müttern mit breiten und großen Bewegungen massiert. Es geht nicht darum jeden einzelnen Muskel zu treffen, sondern viel mehr um großflächige Bewegungen. Neugeborene spüren ihren Körper noch nicht so wie Erwachsene. Daher fördert diese Babymassage das Körperbewusstsein der Kleinsten und das Baby spürt „das bin ich“. Dabei ist es immer wichtig, die Berührungen vom Kopf bis zum Fuß durchzuführen. Nicht zuletzt fördert es natürlich auch die Bindung zwischen der Mutter und Ihrem Kind. Es sind sehr einfache und simple Übungen, jedoch sehr wirkungsvoll.

Kinder wollen es abwechslungsreicher

Kinder-Yoga hat einen ganz unterschiedlichen Stundenaufbau als Erwachsenen-Yoga. Je nachdem, wie alt die Kinder sind, wird mehr spielerisch und kreativ (Mandala) gearbeitet. Grundsätzlich sind die einzelnen Phasen viel kürzer und auch abwechslungsreicher und bestehen aus einer Bewegungs- und einer Ruhe-Phase.

Die Yoga-Stellungen (Asanas) sind die Gleichen. Bis auf die Atemübungen (Pranayamas) und spezielle Stellungen, wie dem Kopfstand, kann man mit Kindern jedes Asana durchführen. Da Kinder viel schneller sind als Erwachsene, kommen auch bei Weitem mehr Stellungen und Übungen in einer Stunde vor.

Prinzipiell bietet man Kinder-Yoga ab sechs Jahren an. Im Kindergarten können sie bereits spielerisch einen Zugang finden, ein richtiger Kurs dauert in diesem Alter jedoch zu lange und ist noch nicht passend. Kinder ab sechs Jahren können sich, wenn der Kurs bunt und abwechslungsreich gestaltet ist, bereits gut konzentrieren und man kann hier durchaus bereits von einer Yoga-Stunde sprechen. Vorher ist es eher ein Spiel. Natürlich müssen solche Kurse individuell und flexibel gestaltet werden und dauern „nur“ 20-30 Minuten.

Meist erwarten Eltern zuviel

Die Nachfrage für Kinder-Yoga ist derzeit noch nicht so hoch. Bei Kindern mit Lern- oder Konzentrationsschwächen hoffen Eltern, mit Yogakursen eine Lösung zu finden.  Doch so einfach ist es nicht. Die Erwartungen der Eltern sind hier sehr groß, ein Kurs alleine wird allerdings nicht viel ändern. Viel sinnvoller wäre es, Yoga in den Schulalltag der Kinder zu integrieren. Ausgebildete Pädagogen könnten so am Morgen, in den Pausen oder im Turnunterricht kleine Yoga-Übungen einbauen und den stressigen Schulalltag auflockern. Das würde auch die Konzentration der Kinder weit mehr fördern, als ein zusätzlicher Termin nach der Schule.

Vor allem Kinder mit Defiziten profitieren sehr. Mit Yoga haben sie einen spielerischen Zugang und erlangen sehr schnell wieder Freude an Bewegung. Denn hier geht es nicht um den Konkurrenzkampf, niemand muss etwas leisten oder besser sein, wie der andere. Ganz im Gegenteil. Der Sozialkontakt in der Gruppe ist sehr gut und die Übungen werden gemeinsam praktiziert. Es herrscht eigentlich immer eine gute Atmosphäre. Daher ist Kinderyoga in einer Gruppe von 6-12 Kinder ideal. Yoga fördert auch das Körperbewusstsein und Gleichgewicht der Kleinen und stärkt das Selbstbewusstsein. Eltern hingegen erwarten mehr Konzentrationsfähigkeit und ein allgemeines „Ruhiger werden“. Das ist jedoch Charaktersache. Kinder sollen lernen, auf das stolz zu sein, was sie können.

Natürlich gibt es auch Yogakurse für Teenies und Jugendliche. Allerdings nicht mehr in Gruppen, sondern in Einzelsitzungen. Vor allem Mädchen in der Pubertät profitieren davon.

Entspannungs-Tipp für Zuhause

Die progressive Muskelentspannung ist ideal um den Alltagsstress abzubauen. Man kann nichts falsch machen und es ist auch nicht zeitaufwendig. Eine andere Variante wären Atemübungen. Mit den Händen werden verschiedenste Körperzonen berührt und man versucht, sich auf den Atem zu konzentrieren. Man erschafft somit eine Distanz zwischen Arbeit und Freizeit.

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