Mit CT den Zeitpunkt eines Schlaganfalls präzisieren.
Mit CT den Zeitpunkt eines Schlaganfalls präzisieren.
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02.02.17
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Mit CT den Zeitpunkt eines Schlaganfalls präzisieren.

Mit CT den Zeitpunkt eines Schlaganfalls präzisieren.

Auf die klinische Anwendung muss noch gewartet werden

Eine rasche, präzise Diagnose eines Schlaganfalls könnte zu besseren Therapieerfolgen führen. Die Lyse-Therapie wirkt bekanntlich nur in den ersten viereinhalb Stunden wirklich effizient. Wissenschaftler der Universitäten Münster und Lübeck haben einen Weg gefunden, wie die Computertomographie (CT) dazu genutzt werden könnte, um den Zeitpunkt eines Schlaganfalls genauer zu bestimmen. Noch ist die Methode aber nicht für den klinischen Einsatz geeignet. Eine Studie dazu wurde in den "Annals of Neurology" veröffentlicht.

"Bei einem Schlaganfall wird Wasser im Gewebe der betroffenen Hirnregion eingelagert. Die Menge ist dabei zwar insgesamt sehr gering, nimmt aber zu, je länger der Hirninfarkt zurückliegt", erklärt Studienautor Jens Minnerup den Studienansatz.

Im Laborexperiment konnte das Team zunächst zeigen, wie sich die Menge eingeströmten Wassers auf die Strahlendichte auswirkt: je mehr Wasser, desto dunkler. Da die unterschiedlichen Abstufungen und deren Veränderung allerdings mit bloßem Auge häufig nicht genau zu erkennen sind, haben sich die Wissenschaftler eines Tricks bedient.

Sie setzten eine CT-Perfusionsmessung ein, durch die wenig durchblutetes Infarktareal gut zu erkennen ist. Anschließend nahmen sie eine Dichtemessung in ebendiesem CT-Fenster vor, so dass hier kleinere Grau-Abstufungen zu erkennen waren und sich die Wassermenge genauer bestimmen ließ.

Für jeden Patienten individuell bestimmen

Der Wermutstropfen daran ist, dass sich die Graustufen des Gehirns individuell unterscheiden. Nicht jede Schattierung ist auf neu eingelagertes Wasser zurückzuführen. Die Lösung dazu ist: Da die rechte und die linke Hirnhälfte auf einem CT-Bild in der Regel gleiche Schattierungen aufweisen, wurden die Grauwerte im Bereich des Schlaganfalls mit denen im spiegelbildlichen Bereich der gesunden Hirnhälfte verglichen. So konnten für jeden Patienten individuell bestimmt werden, ob der Insult mehr oder weniger als viereinhalb Stunden zurücklag.

"Momentan ist dieses Vorgehen für den klinischen Alltag noch zu aufwendig", so Ko-Autor André Kemmling. Die Forscher arbeiten derzeit an einer leichter anwendbaren Methode. Mit ihr könnte künftig in unklaren Fällen bestimmt werden, wann genau sich ein Schlaganfall zugetragen hat.

Quelle: Annals of Neurology/APA

Bildquelle: APA/KEYSTONE/ANTHONY ANEX

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