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Erste Einblicke in die Tanzmedizinischen Tage 2017

Erste Einblicke in die Tanzmedizinischen Tage 2017

Die Tanzmedizinischen Tage 2017 (17. - 18.02.2017 / Wien) starteten mit einem umfassenden ersten Vortragsblock – das interdisziplinäre Programm bot den BesucherInnen Beiträge zu der Behandlung kardiologischer Schäden, zu dem Einsatz von Vitamin-C als Therapeutikum sowie zu dem Einfluss der richtigen Ernährung auf Sportverletzungen. Darüber hinaus wurde der Frage nachgegangen, was TänzerInnen gegen den Jetlag – ein Phänomen, das untrennbar mit Langstreckenreisen einhergeht – tun können.

Dr. Thomas Quinton hielt den ersten Vortrag
bei den Tanzmedizinischen Tagen 2017 in Wien.

Im Rahmen des ersten Vortrages mit dem Titel „Krankheit und Tanz: Wie weit kann ich gehen?“ präsentierte Dr. Thomas Quinton (Arzt für Allgemeinmedizin und Facharzt für Innere Medizin mit Zusatzfach Kardiologie / Institut Gesünder Leben, Wien) die Möglichkeiten zu Prävention und Therapie kardiologischer Folgeschäden. Ein wichtiges Kapitel brachten sowohl die Diskussion über den individuellen therapeutischen Zugang, der in der Tanzmedizin, genauso wie in anderen medizinischen Bereichen, im Vordergrund steht als auch die Hinweise worauf TänzerInnen bei Herzfrequenz-Messungen selber achten sollten.

Dr. Ronald Ecker erklärte warum eine ausreichende
Vitamin C-Zufuhr wesentlich ist.

Anschließend daran referierte Mag. Dr. Ronald Ecker (Arzt für Allgemeinmedizin und Sportmedizin, Marchrtrenk, OÖ) über die hochdosierte Vitamin C-Infusionstherapie, die laut Dr. Ecker als eine höchst effiziente Form der Verabreichung durchaus sinnvoll sei, weil nur somit der therapeutisch notwendige Plasmaspiegel erreicht werden kann. Im Rahmen des Vortrages wurde die immanente Bedeutung unterstrichen, die das Vitamin C als Antioxidans für das Immunsystem sowie auch für die Wundheilung hat. Ein Vitamin C-Mangel sei von unspezifischen Symptomen wie etwa Antriebslosigkeit, Müdigkeit, aber auch Muskel- bzw. Gelenkschmerzen sowie Immunschwäche begleitet.

Turniertänzer Gerald Aigner äußerte sich
zum Thema Jetlag.

Eine lebhafte Diskussion entwickelte sich zu dem von Gerald Aigner (Turniertänzer / TSK Juventus, Wien) vorgestellten Thema „Reisen, Jetlag und Leistung“. Was passiert mit dem Körper bei dem Jetlag, der mit Schlafstörungen, Müdigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit etc. einhergeht und gibt es Maßnahmen, die dagegen wirken können? Das waren einige der Fragen, die im Rahmen des Vortrages behandelt wurden. Gut zu wissen: es wird zwischen einem Jetlag beim Flug Richtung Westen und einem Jetlag beim Flug Richtung Osten unterschieden, wobei die Umstellung bei Flügen Richtung Osten grundsätzlich mühsamer sei.

Einige Empfehlungen, die beim Jetlag helfen könnten:

  • Bereits im Flugzeug die Uhr auf die Uhrzeit des Ziellandes umstellen, um sich mental auf den neuen Zeitrhythmus zu gewöhnen;
  • Schon im Flugzeug (aber auch nach der Ankunft) ausreichend Flüssigkeiten (besonders Wasser) zu sich nehmen;
  • Versuchen am Tagesrhythmus des Zielortes teilzunehmen;
  • Bei Kurzreisen möglichst den Tag-Nacht-Rhythmus der Heimat beibehalten;
  • Nach der Ankunft versuchen, ausreichend Schlaf zu bekommen;
  • Die Einnahme von Schlafmitteln vermeiden;
Eva-Maria Kraft erörterte den Zusammenhang
zwischen einer ausreichenden Ernährung
und körperlicher Leistungsfähigkeit.
 

"Ernährung und ihr Einfluss auf Verletzungen“ war das letzte Thema der ersten Vortragsrunde. Eva-Maria Kraft (Tanzpädagogin, Tänzerin, Ernährungstrainerin) sprach über die Bedeutung der ausgewogenen und ausreichenden Ernährung für sportliche Leistungen. Über 10 Prozent der TänzerInnen und häufiger Frauen als Männer seien von Essstörungen betroffen, die die körperliche Leistungsfähigkeit sowie das allgemeine Wohlbefinden durchaus beeinträchtigen können. Anhand der sogenannten „Triade der Tänzerin“ wurde das Zusammenspiel einer geringen Kalorienzufuhr, Zyklusstörungen und einer verringerten Knochendichte erklärt. Ein großes Problem in diesem Zusammenhang sei das niedrige Körpergewicht, kombiniert mit einem niedrigen Körperfettanteil, was schlussendlich zu einem Östrogenmangel und zur unregelmäßigen Menstruation führen kann. Als wichtige Nährstoffe für TänzerInnen nannte die Referentin unter anderem:

  • Fett, Calcium und Vitamin D (Knochen);
  • Fett, B-Vitamine (Nerven);
  • Fett, Protein, Vitamin D (Hormone);
  • Protein, Fett, Vitamin D, Magnesium, Flüssigkeit (Sehnen, Muskeln, Faszien, Gelenke, Knorpel);

Im angenehmen Ambiente, über den Wolken Wiens, geht es morgen (18.02.2017) in die zweite Runde! Wir sind schon gespannt! Das Symposiums verspricht auch am zweiten Tag ein facettenreiches Programm - nähere Details dazu finden Sie hier.

Text und Bilder: Simona Ganeva

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