Die kleinsten Blutgefäße im Fokus der Forschung
03.03.17
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Die kleinsten Blutgefäße im Fokus der Forschung

Die kleinsten Blutgefäße im Fokus der Forschung

Mikrozirkulationsstörungen haben weitreichende Auswirkungen auf unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und somit auf unseren Gesundheitszustand. Welche therapeutischen Maßnahmen heute möglich sind, erläutert Prof. Klopp, Leiter des Instituts für Mikrozirkulation in Berlin

Prof. Klopp im Interview

Prof. Klopp, was schätzen Sie, wie viel Prozent der Patienten in einer Hausarztpraxis sind von Mikrozirkulationsstörungen betroffen?

Es dürften derzeit weit mehr als drei Viertel der Patienten sein.

Für welche Erkrankungen sind diese Störungen in den kleinsten Gefäßen ursächlich beziehungsweise begleitend verantwortlich?

Bei einer sehr großen Reihe von Erkrankungen, so zum Beispiel bei Wundheilungsstörungen, bei allen eingeschränkten regenerativen und restitutiven Vorgängen ist die Mikrozirkulation direkt oder indirekt beteiligt. Exemplarisch sei der Diabetes mellitus Typ II genannt. Störungen der Mikrozirkulation, oft ausgehend von Makrozirkulationsstörungen, haben die Tendenz, sich immer weiter zu verstärken, um schließlich mit eigener Dynamik das Krankheitsgeschehen zu bestimmen.

Wie wirken sich Störungen der Mikrozirkulation aus?

Einschränkungen der Regelbreite der Organdurchblutung an sich ändernde Stoffwechselanforderungen verursachen eingeschränkte oder gestörte Organfunktionen – bis hin zum Zelltod. Des Weiteren sind ungehinderte Immunreaktionen (Transport der plasmatischen und zellulären Faktoren) von bestimmten Blutströmungsbedingungen abhängig. Einschränkungen der Mikrozirkulation bedeuten somit auch eine verminderte Immunabwehr.

Die medikamentösen Therapie-Optionen zur Behandlung von Mikrozirkulationsstörungen sind bislang limitiert. Warum gibt es keine entsprechenden Medikamente?

Sehen wir dies differenziert. Für die großkalibrigen Arteriolenabschnitte, die über entsprechende Rezeptoren für nervale und hormonelle Befehle verfügen, haben wir wirksame Medikamente, wie zum Beispiel Beta-Rezeptorenblocker, jedoch nicht für die den kapillären Netzwerken unmittelbar vorgeschalteten kleinkalibrigen Arteriolen, welche keine entsprechenden Rezeptoren besitzen. Deren Regulierung wird durch bestimmte physikalische Stimuli des strömenden Blutes selbst realisiert. In diesem Bereich ist eine medikamentöse Beeinflussung nicht möglich, sondern nur durch einen, dem naturgegebenen Regulationsmechanismus entsprechenden, biorhythmisch definierten physikalischen Reiz.

Inwieweit können die Patienten von der Physikalischen Gefäßtherapie profitieren?

Als wirksames Adjuvans dient sie der Therapieoptimierung bewährter Behandlungsmethoden und ist vor allem additiv von prophylaktischer Bedeutung. Der transkapilläre Stofftransport wird gesteigert und die Randbedingungen für Immunreaktionen werden verbessert. Dies bedeutet eine höhere Leistungsfähigkeit und verminderte Infektanfälligkeit der Patienten.

Quelle: http://www.mynewsdesk.com

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