Was tun bei Erkältungen und Infekten aus homöopathischer Sicht
Dr. Klaus Bielau
Dr. Klaus Bielau
Arzt
Was tun bei Erkältungen und Infekten aus homöopathischer Sicht

Was tun bei Erkältungen und Infekten aus homöopathischer Sicht

Ganzheitsmediziner und Autor Dr. Klaus Bielau im Interview zum Thema „Was tun bei Erkältungen und Infekten aus homöopathischer Sicht“?

Homöopathische Arzneien zur Linderung der Erkältungssymptome

Bei einer beginnenden Erkältung kann es Aconitum (Sturmhut) sein; es kann aber auch passieren, dass durch Aconitum die Prozesse im Körper verstärkt werden. Ein zweites homöopathisches Mittel wäre Belladonna (Tollkirsche); produziert beim Gesunden akute Entzündungssymptome, wie ein rotes Gesicht und Schweißausbrüche. Das wären Zwei homöopathische Arzneien die rasch wirken. Es gibt aber auch Mittel, die langsam und begleitend wirken. Wie beispielsweise Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat), das unterstützt schleppende grippale Prozesse.  Ein sehr wesentliches Mittel bei grippalen Zuständen ist auch Gelsemium (wilde Jasmin) – Schlagwort „Kopfgrippe“, ist ein wichtiges Nervenmittel und hat eine starke Beziehung zum Kopf und dem Kopfschmerz. Eupatorium perforatum (durchlöcherter Wasserhanf) wäre anzuwenden bei der sogenannten „Knochengrippe“ – wenn die Gelenke schmerzen und alles schwer ist…

Das homöopathische Mittel heilt aber nicht, sondern es unterstützt die Selbstheilung indem es deblockierend wirkt.

 

Was tun bei Fieber aus homöopathischer Sicht 

Immer wieder soll es gesagt sein, auch in meinem Homöopathiebuch steht es geschrieben: „Tut nicht Fieber messen“, die Temperaturgrade machen uns dann verrückt. Nicht um tote Befunde, um lebendiges Befinden muss es gehen! Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Heilungssymptom. Die körperlichen Kräfte werden konzentriert. Kinder sind sehr schnell einmal richtig heiß, und leiden darunter… da gibt es homöopathische Mittel, die schnell infrage kommen, aber auch Hausmittel.Zum Beispiel warme Essigwickel – aber keine kalten Wasserwickel, die können einen Fieberkrampf auslösen; durch den Entzug der Wärme versucht sich der Körper wieder „warm-zu-zittern“.

 

Schnupfen - was tun? Bewährte homöopathische Hausmittel

Einen Schnupfen braucht die Möglichkeit zu fließen und keine Behandlung (aus Ungeduld, und wie immer Unwissenheit), solange er nicht „festsitzt“. Läuft die Nase – ist das schon der Heilungsprozess und es braucht kein homöopathisches Mittel. Wenn er jedoch länger dauert, das heißt, wenn kein Ende in Sicht ist… also über eine Woche hinaus. Dann wird die Ursache gesucht, die nahezu immer in unserer verkehrten Lebensführung liegt.

Allium cepa (Zwiebel), Euphrasia (Augentrost), Luffa operculata (Meeresschwamm) wären homöopathische Mittel zur Linderung der Symptome. Diese Mittel müssen natürlich individuell unterschieden werden. Entweder nehmen wir die Globuli einfach so, aus dem Fläschchen, aber wir können sie auch in einem knappen 1/8 l Wasser auflösen und schluckweise nehmen – z.B. alle 10 Minuten. Wichtig ist auch daran zu denken, keine zu hohen Potenzen zu nehmen, das heißt bis zur 30sten. Hohe Potenzen sind oft eine Frage der Ungeduld und eigentlich nicht nötig.

 

Erscheinen Antibiotika hier sinnvoll?

In der Ganzheitsmedizin werden Antibiotika nicht verwendet. Verrät schon die Wortherkunft, „Anti-Bios“ – gegen das Leben gerichtet. Ich töte damit jene Bakterien ab, die die Ausscheidung unterstützen sollen.

Antibiotika können nötig sein, wenn man nicht weiß, wie man die Ursache genau behandeln soll und auch keinen Zugang zur Homöopathie hat. Beispielsweise, wenn ein Kind hohes Fieber hat, oder Bronchitis und der Arzt beim Hausbesuch Antibiotika verschreibt. Verstehe ich auch, da im Moment vielleicht kein anderer Weg gesehen wird. Aus ganzheitlicher Sicht sind Antibiotika, auch bei anspruchsvolleren Verläufen, kaum nötig.

 

Dr. Klaus Bielau im Interview mit Mag. Christina Sorgmann (Credoweb)

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