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Entscheidender Schritt in der Malaria-Bekämpfung gelungen

Entscheidender Schritt in der Malaria-Bekämpfung gelungen

Wissenschaftler des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg haben eine Methode entwickelt, welche die Malaria-Forschung entscheidend beschleunigt. Wie das Team um Tobias Spielmann in "Nature Methods" berichtet, kann nun gezielt und schnell festgestellt werden, welche Gene für das Überleben des Parasiten notwendig und wo die entsprechenden Genprodukte im Malariaerreger lokalisiert sind.

"Unsere Methode nennt sich Selection Linked Integration (SLI). Damit konnten wir zum ersten Mal die besondere Bedeutung des Parasiten-Proteins Kelch13 aufzeigen, das verantwortlich gemacht wird für die Resistenz gegen Artemisinin", erklärt Spielmann.

Das SLI-System ermöglicht es, an einer bestimmten Stelle im Genom der Parasiten neue Genabschnitte einzubringen, um so Gene auszuschalten, andere Gene einzuschleusen oder die entsprechenden Proteine mit einem Marker zu versehen. Neu dabei ist, dass die Parasiten mit veränderten Genomen gezielt selektioniert werden und das System mit vielen anderen Methoden kombinierbar ist. Traditionell wurden Veränderungen im Genom passiv selektioniert, was oft viele Monate in Anspruch nahm oder gar nicht zum Erfolg führte. Damit erweist sich die neue Methode als Alternative des weitverbreiteten CRISPR/Cas System.

Obwohl die Artemisinin-Resistenz des Malariaerregers P. falciparum schon seit längerem auf eine Mutation im Gen kelch13 zurückgeführt wird, war bisher nicht bekannt, welche Rolle das Genprodukt Kelch13 in den Parasiten spielt. Um seine Funktion zu untersuchen, konnten die Forscher mit Hilfe der SLI-Technik Kelch13 mit einem fluoreszierenden Markerprotein verknüpfen und zum ersten Mal seinen Aufenthaltsort in der Parasitenzelle sichtbar machen. Des Weiteren konnte durch die Kombination von SLI mit weiteren Verfahren gezeigt werden, dass Kelch13 benötigt wird, damit sich die Parasiten in den roten Blutzellen vermehren können.

Quelle: Nature Methods/APA

Bildquelle: APA (Symbolbild/AFP)/LUIS ROBAYO

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