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Nussallergie: Nicht jede Nuss schadet

Nussallergie: Nicht jede Nuss schadet

Menschen, die auf eine bestimmte Nussart allergisch reagieren, wird meist empfohlen, auch auf den Verzehr von anderen Nüssen zu verzichten. Das geht aber in vielen Fällen zu weit. Darauf weist eine US-Studie der University of Michigan hin, die in den "Annals of Allergy, Asthma and Immunology" erschienen ist. Klassischerweise wird die Allergie durch Prick-Tests (Blut, Haut) ermittelt. Dabei wird aber in der Regel nur eine Nusssorte ausgetestet. Die Forscher schlagen vor, weitere orale Nahrungsmittelprovokationen durchzuführen, um herauszufinden, ob sich die Allergie auch auf andere Nüsse erstreckt.

In der Studie mit 109 Nussallergikern haben die Wissenschaftler festgestellt, dass mehr als die Hälfte der Menschen, die auf eine Nussart allergisch sind, bei oralen Nahrungsmittelprovokationen auf andere Nüsse keine Reaktion zeigten.

"Wir fanden auch heraus, dass sogar großformatige Haut- oder Bluttests nicht ausreichen, um eine weitreichende Nussallergie-Diagnose zu stellen, wenn die betroffene Person gewisse Nüsse noch nie gegessen hat", erklärt Ko-Autor Matthew Greenhawt.

Erdnüsse wiederum zählen trotz des Namens nicht zu den Nüssen. Dementsprechend reagierte kaum ein Nussallergiker darauf. Das deutet laut den Studienautoren erstmals darauf hin, dass Erdnuss-Allergiker nicht auf andere Nüsse verzichten müssen.

Bei einer oralen Nahrungsmittelprovokation wird kontrolliert und unter ärztlicher Betreuung getestet, ob eine Lebensmittelallergie vorliegt. Dabei nimmt die getestete Person winzige Mengen eines potenziellen Lebensmittelallergens mit zunehmender Dosierung über einen gewissen Zeitraum zu sich. Dann wird über ein weiteres Zeitintervall hinweg die Reaktion auf das entsprechende Lebensmittel beobachtet.

Quelle: Annals of Allergy, Asthma and Immunology/APA

Bildquelle: APA/dpa

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