Klare Ziele der frisch gewählten steirischen Ärztekammerpartner
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Klare Ziele der frisch gewählten steirischen Ärztekammerpartner

Klare Ziele der frisch gewählten steirischen Ärztekammerpartner

Grund- und Primärversorgung, Arbeitsbedingungen und optimale Versorgung der Patienten – mit motivierten medizinischem Personal lösbare Themen.

Klar, wahr, fair

In der Pressekonferenz der steirischen Ärztekammer, am 12.04.2017, nahmen die neu gewählten Ärztekammerpartner, Dr. Herwig Lindner (Interessensgemeinschaft Angestellte Ärzte – IGAÄ), Dr. Eiko Meister (Aktion Freier Arzt – AFA), Dr. Norbert Meindl (Aktion Freier Arzt – AFA) und Dr. Dietmar Bayer (Interessengemeinschaft Niedergelassene Ärzte – IGNÄ) Stellung zu den, von Ihnen klar deklarierten, Hauptproblemen in dem steirischen Gesundheitssystem:
- Grund- und Primärversorgung
- Arbeitsbedingungen
- optimale Versorgung der Patienten

Nach dem Motto „Klar, wahr, fair“ und zwar nicht nur gegenüber Partnern, sondern auch Gegnern, so Dr. Lindner, und bittet einmal mehr Gerald Bachinger (niederösterreichischer Sprecher der Patientenanwälte) das sogenannte „Ärzte-Bashing“ endlich zu unterlassen. Lindern deklariert mit klaren Worten: „Nur mit motivierten und von den Systempartnern respektierten Ärztinnen und Ärzten seien die Herausforderungen zu lösen“.

 

Attraktive Arbeitsbedingungen in gut strukturierten Krankenhäusern

Eiko Meister weist auf das gravierende Problem der „maximalen Verunsicherung des Krankenhauspersonals“ hin, denn derzeit ist nicht klar, welche Häuser bzw. Stationen es auch in Zukunft noch geben wird, das nimmt die Motivation für Veränderungen. Meister sieht einen klaren Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter und der Qualität der medizinischen Versorgung. Er plädiert weiterhin auf „Magnetkrankenhäuser“ (Spitäler mit spezieller Führungsstruktur und damit verbundener exzellenter Patientenversorgung und hohe Zufriedenheit aller Mitarbeiter). Auch dürfe die E-card zu keiner Kreditkarte fürs kostenlose Gesundheitssystem werden, so Meister, der damit auf den inadäquaten Patienten-Massenzustrom auf den Notfallambulanzen aufmerksam macht.

 

Wir dürfen die Landmedizin nicht aufgeben

Norbert Meindl sieht große Gefahr, in Zukunft die Landpraxen und somit die Versorgung der Patienten nicht mehr aufrechterhalten zu können. „Hier muss es rasch Regeln geben“ und gibt insbesondere den Kassenverträgen bzw. der GKK die Schuld an dem fehlenden Interesse der Jungmediziner aufs Land zu ziehen. Er sieht in Gruppenpraxen die Lösung, nicht in kapitalgesteuerten Primärversorgungszentren nach den momentanen Gesetzesvorlagen. Es müsse wieder das Vertrauen in die Krankenkassen und das öffentliche Gesundheitswesen aufgebaut werden, so Meindl. Lindner kritisiert die „berufliche Lebensform“ am Land, es gilt die Rahmenbedingungen bzw. Lebensarbeitsbedingungen zu ändern, er sieht beispielweise in einem „Job-sharing“ in Landpraxen eine mögliche Zukunft. Bayer bemerkt, dass es vielen jungen Ärzten auch um ein Mitspracherecht bei Entscheidungen gehe, dies sei aber unter den derzeitigen Kasssenverträgen nicht möglich.

 

Klares Konzept in der Telemedizin

Dietmar Bayer (Psychiater und IT-Experte) macht darauf aufmerksam, dass es absolut notwendig sei „Den Blick von rein östereichischen Themen wie ELGA und E-Medikation hin auf internationale Entwicklungen zu lenken. E-Health muss der Gesundheitsversorgung dienen, nicht umgekehrt“. Hier gilt es eine globale Zusammenarbeit mit klaren Regeln der Weitergabe und dem Austausch von Patientendaten, aufzubauen. Bayer sieht in diesem großen Problem eine internationale Herausforderung und kündigt verstärkte Zusammenarbeit mit Deutschland und anderen europäischen Ländern an.

 

Missverständnisse aufklären

Alle Vertreter der Ärztekammer waren sich einig: der Glaube, die Ärztekammer sei gegen Primärversorgungszentren ist ein Irrtum. Sie sehen nur mit dem derzeitigen Gesetz keine Möglichkeit der Verwirklichung. Sie wollen Gruppenpraxen mit allen Vertretern der Medizin, nicht nur Allgemeinmedizinern, es müssen auch Fachärzte miteinbezogen werden. Der Ärztekammerpräsident betont hier „man müsse mit der GKK gemeinsam einen Weg gehen“.

Quelle: offizielle Pressekonferenz der steirischen Ärztekammer, 12.04.2017, Graz.

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