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Studie: physikalische Gefäßtherapie BEMER® bei MS-bedingter Fatigue

Studie: physikalische Gefäßtherapie BEMER® bei MS-bedingter Fatigue

Fatigue gehört zu den häufigsten Symptomen der Multiplen Sklerose und betrifft fast 75 % der Patienten (1), wobei für viele Patienten die Fatigue eine der schwersten und entmutigendsten Symptome der Erkrankung ist. Welche Wirkungen hat die physikalische Gefäßtherapie BEMER® auf das Symptom?


Es sind nicht nur die körperlichen Zeichen, Fatigue betrifft alle Altersgruppen, die an Multipler Sklerose leiden. Dieses Symptom ist ein integraler Bestandteil des Erkrankungsprozesses, in der Regel zum Zeitpunkt der Diagnose präsent und in vielen Fällen einen der Gründe darstellend, weshalb die Patienten einen Neurologen konsultieren sowie auch eines der häufigsten Symptome, die bei der Erkrankung Multiple Sklerose zur Erwerbsunfähigkeit führen. Die Ideologie und Pathophysiologie der MS-bedingten Fatigue ist unklar. In Studien konnte keine Verbindung zwischen MS-bedingter Fatigue und dem Grad der Behinderung, dem klinischen Krankheitssubtyp oder dem Geschlecht nachgewiesen werden (8). Bildgebungsstudien mit Positronenemissionstomografen lassen den Schluß zu, dass Fatigue bei MS mit einem Hypometabolismus bestimmter Hirnbereiche verbunden ist –unter anderem des frontalen und subkortikalen Lappens (9).
Die verschiedenen Komponenten der Fatigue werden wie folgt beschrieben:

  • motorische und kognitive Fatigue und Mattigkeit,
  • Therapieversuche mit Medikamenten ohne wesentliche Wirkung,
  • Übungen und Verhaltenstherapie (10).
     

Es gab Berichte über positive Wirkungen von immunomodulatorischen Medikamenten für Fatigue (11). Die Wirksamkeit der Therapie bleibt jedoch enttäuschend.

Zusätzlich zu pharmakologischen Interventionen wurden erfolgreich nichtpharmakologische Behandlungen wie Yoga, Aerobic-Übungen, Kühltherapie und Energiekonservierungsverfahren eingesetzt. Eine kürzliche Metaanalyse fasste vielversprechende Daten zum Einsatz von Elektromagnetfeldern zusammen (12). Richards et al. und Lapin et al. wiesen eine positive Wirkung von gepulsten Elektromagnetfeldern niedriger Intensität nach, wobei die Generatoren von den Patienten getragen wurden (13, 14). Leider sind dazu keine langfristigen Daten verfügbar.
Obgleich Mostert und Kesselring enttäuschende Daten zu einer Therapie mit gepulsten Magnetfeldern als Zusatz-Wirkung bei einem multimodalen neurologischen Rehabilitationsprogramm für Fatigue nachwiesen (15), dokumentierte Sandyk Verbesserungen bei physischer und kognitiver Fatigue in Fallstudien bei Patienten mit MS nach einer Behandlung (16, 17). Es gibt nur Hypothesen, warum die Magnetfeldtherapie auf MS-Fatigue eine positive Wirkung hat. Diskutiert werden Faktoren wie Energiestoffwechsel, Sauerstoffversorgung und Verbesserung der Mikrozirkulation (12). Die tendenziell positiven Ergebnisse erforderten weitere Untersuchungen mit Hilfe einer kontrollierten Doppelblindstudie.
Es gibt verschiedene Muster für gepulste Magnetfeldtherapien. Die Technologie der Fa. BEMER International AG in Liechtenstein nutzt extrem schwache, niederfrequente, gepulste Breitband-Elektromagnetfelder, die durch flexible, flache elektrische Spulen induziert werden (18). Obgleich es mehrere positive Berichte zu diesem Gerät gibt, war in der Fachliteratur kein Bericht über eine Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie verfügbar.

In einer Doppelblindstudie konnte erstmalig nachgewiesen werden, dass Probanden mit Hilfe einer BEMER-Therapie-Behandlung über zwölf Wochen eine signifikante Besserung in den Endpunkten MFIS und FSS (Fatigue scores) erreichen konnten. Diese Untersuchungen wurden 2007/8 durchgeführt und 2009 publiziert (26).

Aktuell wurde der Langzeiteffekt der BEMER-Therapie auf das Symptom Fatigue untersucht. Von achtzehn Patienten der Placebo-Gruppe wurden dreizehn nochmals im Sinne eines Crossovers mit einem Echt-BEMER-Gerät behandelt. Hier zeigte sich auch eine deutliche Besserung.

Neun Patienten führten die BEMER-Therapie über einen Zeitraum von drei Jahren weiter. Nach drei Jahren zeigte sich sowohl im MFIS als auch im FSS bei den Probanden, die die Therapie fortführten, eine weitere deutliche Besserung gegenüber den Patienten, die die BEMER Therapie wieder abgesetzt hatten und eine Verschlechterung in den Endpunkten MFIS und FSS zeigten (siehe Tabellen).

Insgesamt ist einzuschätzen, dass es deutliche Hinweise dafür gibt, dass die „Physikalische Gefäßtherapie BEMER®“  auf die MS-abhängige Fatigue nach drei Jahren noch deutlicher als nach zwölf Wochen wirkt. Da es für das Symptom Fatigue aus Sicht der Unterzeichner derzeit keine relevanten anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt, ist ein Versuch mit dem physikalischen Wirkstoff der „Physikalischen Gefässtherapie BEMER® in jedem Falle zu empfehlen.

Quelle: Beitrag in der Zeitschrift "Erfahrungsheilkunde"

Autor: Dr. med. Joachim Piatkowski (Neurological outpatient centre, Reichenbachstr., Dresden); Coautoren: T. Ziemssen (Neurlogical Clinic, Technical University of Dresden)
R.Haase (Neurlogical Clinic, Technical University of Dresden)

Literatur:

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2.    Fisk JD, Pontcfract A, Ritvo PG et al. The impact of fatigue on patients with multiple sclerosis. Can J Neurol Sei 1994; 21:9- 14.
3.    Ziemssen T. Multiple sclerosis beyond EDSS: Fatigue an depression. J Neurol Sei 2008; 273: S 32 - S 35.
4.    Vercoulen JH et al The measurement of fatigue in patients with multiple sclerosis: A mul¬tidimensional comparison with patients with chronic fatigue syndrome and healthy sub¬jects. Arch Neurol 1996; 53: 642 - 649.
5.    Smith MM, Arnett PA. Factors related to employment status changes in individuals with multiple sclerosis, Multiple Sclerosis 2005; 11: 602 - 609.

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10.    Lee D, Newell R, Ziegler L, Topping A Treatment of fatigue in multiple sclerosis: A sy¬stematic review of the literature. Int J Nurs Pract 2008; 14: 81 - 93.
11.    Ziemssen T, Hoffmann J, Apfel R. Kern S, Effects of glatiramer acetate on fatigue and days of absence form work in first-time treated relapsmg-remitting multiple sclerosis, Health Quality Life Outcomes 2008; 6: 67,
12.    Neill J, Belan I, Ried K. Effectiveness of non-pharmacological interventions for fatigue in adults with multiple sclerosis, rheumatoid arthritis, or systemic lupus erythematosus: A systematic review. J Adv Nurs 2006; 56: 617 - 635.
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