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Patientenratgeber: Liebe ist ansteckend! Psoriasis nicht!

Patientenratgeber: Liebe ist ansteckend! Psoriasis nicht!

Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der rötliche, schuppende Areale am ganzen Körper in Schüben auftreten können. Aufgrund dieser sichtbaren Erkrankungsanzeichen haben Betroffene oft die Befürchtung, nicht attraktiv genug für eine Partnerin/einen Partner zu sein.


Aus Studien weiß man: Je besser Patienten mit Schuppenflechte über moderne Therapiemöglichkeiten Bescheid wissen, und je selbstbewusster sie mit ihrer Erkrankung umgehen, desto unbefangener können sie sich auf Beziehungen  einlassen und diese auch mit all ihren Facetten leben. Im Patientenratgeber „Liebe ist ansteckend – Psoriasis nicht!" finden Betroffene viele hilfreiche Tipps im Umgang mit Partnerschaft und Sexualität.

 

Sich nicht verstecken oder schämen zu müssen und stattdessen die schönen Seiten des Lebens zu genießen, ist gerade für Schuppenflechte-Patienten ein erstrebenswertes Ziel. Dieses Ziel zu erreichen, ist allerdings nicht einfach: Schuppenflechte ist als chronisch entzündliche Erkrankung nicht heilbar, die Krankheitszeichen betreffen zumeist den gesamten Körper. Dass man damit in so manchen Situationen nicht immer ganz unbefangen sein kann, ist verständlich. Dazu kommt, dass noch immer viele Menschen nicht über diese Erkrankung Bescheid wissen. Gabriele Schranz, Obfrau der Selbsthilfegruppe PSO Austria: „Da kann es schon vorkommen, dass jemand genauer hinschaut oder sich komisch verhält, wenn er zum ersten Mal auf eine Person mit Schuppenflechte trifft.“ In solchen Momenten braucht es schon eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein der Betroffenen, um sich der Situation zu stellen und den Mut aufzubringen, aktiv über die Erkrankung zu sprechen. „Wichtig ist, dass man die Schuppenflechte als Teil von sich akzeptiert und nicht zu streng mit sich und anderen ist. Wenn man offen ist und sich dabei auch noch sicher fühlt, fällt auch den Mitmenschen der Umgang mit Psoriasis sichtbar leichter.“

 

Schuppenflechte und Sexualität

Bei Schuppenflechte ist der Genitalbereich oft ebenfalls von Hautveränderungen betroffen – mit Rötungen, Juckreiz, Brennen und Schmerzen als häufigste Beschwerden. Die für Psoriasis typische Schuppung ist hingegen im Intimbereich selten. „Es ist wichtig, Beschwerden im Intimbereich beim Hautarzt anzusprechen, um eine wirksame Behandlung für diesen besonders sensiblen Bereich zu finden – auch wenn es Überwindung kostet“, betont Gabi Schranz. Zu diesen Begleiterscheinungen der Psoriasis kommen natürlich auch die üblichen weiteren Herausforderungen in einer Partnerschaft dazu, die es zu meistern gilt. Die Erkrankung ist hier „nur“ ein zusätzlicher Faktor. Bei Psoriasis-Betroffenen kann die Belastung dennoch soweit führen, dass Körperkontakt und Sexualität weitgehend vermieden werden. Es besteht aber kein Grund, auf dieses wichtige Fundament für ein glückliches Leben zu verzichten. Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass das Auftreten partnerschaftlicher und sexueller Probleme auch ohne chronische Erkrankung nichts Außergewöhnliches ist. Dennoch sollten Menschen mit Schuppenflechte wissen, dass sexuelle Funktionsstörungen bei ihnen auch die Folge von Begleiterkrankungen der Schuppenflechte sein können,  die durch die chronische Entzündung im Körper entstehen – zum Beispiel Diabetes und Bluthochdruck.

 

Einflussfaktoren bei Kinderwunsch und Schwangerschaft

Schuppenflechte beeinflusst laut aktuellen Erkenntnissen weder Fruchtbarkeit noch Zeugungsfähigkeit. Sie birgt auch kein Risiko für den Verlauf einer Schwangerschaft oder für das Ungeborene. Allerdings steigt das Risiko für das Kind, auch an Schuppenflechte zu erkranken: Wenn nur ein Partner Psoriasis hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind ebenfalls an Schuppenflechte erkrankt, relativ klein (ca. 8–15%). Sind beide erkrankt, liegt das Risiko der „Vererbung“ höher, bei rund 50 bis 60 Prozent. Ob die genetische Veranlagung in der Folge aber tatsächlich dazu führt, dass ein Kind eine Schuppenflechte entwickelt, kann man nicht vorhersehen, weil das von vielen weiteren Einflussfaktoren abhängig ist. Daher wird angeraten,  bei bestehendem Kinderwunsch möglichst frühzeitig das Gespräch mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt suchen. Eine gute Planung hilft auch dabei, die Behandlung der Schuppenflechte vor, während und nach der Schwangerschaft individuell anpassen zu können.

 

Sich aktiv Hilfe suchen

Die „alte“ Einstellung, dass man allein mit jeder Herausforderung im Leben fertig werden muss, ist zum Glück längst überholt. In vielen Fällen hilft es bereits, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen – zum Beispiel in Selbsthilfegruppen. „In sehr belastenden Phasen sollte man auch nicht davor zurückschrecken, psychotherapeutische oder psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen“, ist die PSO-Austria-Obfrau überzeugt. Professionelle Ansprechpartner sind zum Beispiel Klinische und GesundheitspsychologInnen: Einige von ihnen sind darauf spezialisiert, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Schuppenflechte in schwierigen Phasen zu unterstützen und zu begleiten.

Patientenratgeber und Presseaussendung „Liebe ist ansteckend! Psoriasis nicht“ von Österreichischer Apothekerkammer, Österr. Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie, PSO Austria und Forum Psoriasis

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