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Beobachten statt Operieren ist besser bei lokalisiertem Prostata-Krebs

Beobachten statt Operieren ist besser bei lokalisiertem Prostata-Krebs

Wird bei Männern eine lokalisierte Prostata-Krebserkrankung diagnostiziert, reicht im Normalfall aktive Beobachtung als Therapiemaßnahme. Das hat eine US-Studie gezeigt, die im "New England Journal of Medicine" (NEJM) vorgestellt wurde. Für die Arbeit wurden die Daten von 1.643 Prostata-Patienten zwischen 50 und 69 Jahren ausgewertet. Es zeigte sich, dass zehn Jahre nach der Diagnose insgesamt 17 von ihnen an Prostatakrebs gestorben waren.

Die untersuchten Therapiemöglichkeiten waren die operative Tumor-Entfernung, eine Bestrahlung und die aktive Beobachtung. Von den 17 verstorbenen Patienten gehörten acht zur Gruppe der aktiv Beobachteten, fünf zur Gruppe der Operierten und vier zur Gruppe der Bestrahlten. In der Gruppe der aktiv Beobachteten gab es zwar ein erhöhtes Risiko der Metastasen-Bildung, was sich aber kaum auf die Sterbe-Wahrscheinlichkeit auswirkte.

"Diese Studie scheint zu zeigen, dass die aktive Beobachtung für Männer mit lokalisiertem Prostatakrebs keine sonderliche Gefahr bedeutet", kommentierte der Genetiker John Burn von der Universität Newcastle in Großbritannien, der nicht an der Erstellung der Studie beteiligt war. "Außerdem werden die möglichen schädigenden Auswirkungen der Chirurgie auf die sexuelle Aktivität und die inneren Organe vermieden." Prostata-Operationen und Bestrahlungen bergen das Risiko von Inkontinenz und Erektionsstörungen.

   Nach Erkenntnissen der American Cancer Society sterben die meisten Männer, bei denen Prostatakrebs festgestellt wird, nicht an dieser Erkrankung. Zwischen 40 und 50 Prozent der Männer in den USA, bei denen Prostatakrebs diagnostiziert wurde, entscheiden sich inzwischen für die aktive Beobachtung. 2012 hatte ein von der US-Regierung beauftragtes Expertengremium empfohlen, die Reihenuntersuchungen für das Prostata-spezifische Antigen PSA einzustellen. Das Durchschnittsalter bei Feststellung von Prostata-Krebs liegt in den USA bei 66 Jahren.

Quelle: NEJM/APA

Bildquelle: J. BAVOSI/SCIENCE PHOTO LIBRARY

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