Genen haben starken Einfluß auf Darm-Mikrobiom
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Genen haben starken Einfluß auf Darm-Mikrobiom

Genen haben starken Einfluß auf Darm-Mikrobiom

Um das komplexe Zusammenspiel und den Einfluss der menschlichen Darmflora auf die Entstehung von Krankheiten besser zu verstehen, wurde in einer Studie die Zusammensetzung der Darmbakterien von über 1.800 Norddeutschen untersucht

Ein internationales Konsortium unter Führung von Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat herausgefunden, dass das menschliche Genom einen großen Einfluss auf die Zusammensetzung der Bakterien im Darm hat. Die Ergebnisse wurdenin "Nature Genetics" vorgestellt.

Um das komplexe Zusammenspiel und den Einfluss der menschlichen Darmflora auf die Entstehung von Krankheiten besser zu verstehen, wurde in der Studie die Zusammensetzung der Darmbakterien von über 1.800 Norddeutschen untersucht. Die Wissenschaftler identifizierten eine Reihe von Faktoren wie Ernährung, Lebensgewohnheiten und genetische Variationen, die die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms mitregulieren. Auf den Einfluss von genetischen Unterschieden wurde schließlich näher eingegangen.

Genetische Faktoren für die Bakterienvielfalt im Darm verantwortlich

Insgesamt konnten die Forscher 42 Bereiche im menschlichen Genom finden, die die Vielfalt der Darmflora beeinflussen. Für weitere 42 Genbereiche konnten sie nachweisen, dass sie über das Vorkommen und die Häufigkeit bestimmter Bakterienarten im Verdauungstrakt mitbestimmen. Insgesamt sind die genetischen Faktoren für rund zehn Prozent der Bakterienvielfalt im Darm verantwortlich. "Dass unser Genom einen solch großen Einfluss auf die Darmbakterien hat, war eine große Überraschung für uns", sagt Studienleiter Andre Franke.
"Eine ähnliche Größenordnung ist aus Mausstudien bekannt und lässt darauf schließen, dass wir es hier mit evolutionär konservierten Prozessen zu tun haben."

Ein spezielles Gen war für die Forscher besonders interessant. Es kodiert für den Vitamin D-Rezeptor, der Gallensäuren bindet, die wiederum für die Fettverdauung wichtig sind. "Den Einfluss jedes einzelnen Faktors, den wir identifizieren konnten, wollen wir nun in weiterführenden Studien genauer untersuchen", sagt Louise Thingholm, Erstautorin der Studie.

Quelle:  Nature Genetics/APA

Bildquelle: shutterstock

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