Artikel

Grippeimpfung: immer noch sinnvoll

Grippeimpfung: immer noch sinnvoll

Die Grippesaison hat dieses Jahr ungewöhnlich früh begonnen, allerdings ist der Höhepunkt noch nicht erreicht – eine Zunahme der Neuerkrankungen ist in den kommenden Wochen zu erwarten. Alleine in Wien geht die MA 15 von mehr als 11.400 grippalen Infekten und Influenza-Erkrankungen in der letzten Woche 2016 aus. Diesbezüglich raten Experten auch jetzt noch zur Impfung. Dieses Jahr macht das H3N2 Virus 90 Prozent aller Infektionen aus. Die gute Nachricht: der aktuell zirkulierende Stamm ist durch die diesjährige Impfung abgedeckt.

Influenza-Impfen lohnt sich immer noch

„Impfen lassen kann und sollte man sich solange man nicht selbst krank ist“, rät Univ. Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Facharzt für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin am Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin. „Es dauert zwar im Regelfall zwei bis drei Wochen bis der volle Impfschutz aufgebaut ist, aber selbst wenn man sich innerhalb dieses Zeitfensters infiziert, kann die Impfung den Krankheitsverlauf abmildern und Komplikationen verhindern. Die Influenza-Impfung ist ohnehin eine Impfung mit relativem Schutz, d.h. sie kann eine Erkrankung nicht immer völlig verhindern, aber sie kann jemanden vor schwerwiegenden Konsequenzen schützen. Leider bedenken das viele Menschen nicht und verlieren das Vertrauen. Dabei sollten sie überlegen, um wieviel „kränker“ sie ohne Impfung gewesen wären.“

Außerdem sei die Impfung ja gut verträglich, so Kollaritsch. „Im ungünstigsten Fall nützt sie nicht und sie schadet auch nicht.“ Auch das Muster des zirkulierenden Virus wird sich laut Kollaritsch in dieser Saison vermutlich nicht mehr ändern, der Impfstoff also treffsicher bleiben. Es könne höchstens noch eine Influenza-Welle mit einem B-Stamm nachkommen und auch dieser sei im diesjährigen Impfstoff abgedeckt.

Regelmäßiges Impfen schützt schneller

Wer sich öfter gegen Influenza impfen lässt, profitiert dauerhaft davon: „Durch regelmäßiges Impfen verbessert sich die Basisimmunität, also die Fähigkeit auf ein Antigen zu reagieren. Der Körper baut ein Immungedächtnis auf und im Fall eines Kontakts mit einem Antigen kommt es zu einer sogenannten anamnestischen, sprich einer zielgerichteteren Reaktion. Das Virus wird eliminiert bevor es zu einer Erkrankung kommt“, erklärt Kollaritsch.

Und für dieses Jahr aufgrund der frühen Grippewelle besonders interessant: Menschen, die sich regelmäßig gegen Influenza impfen lassen, bauen schneller Antikörper auf. Der volle Impfschutz ist also früher erreicht. Wie schnell, hängt von Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, etc. ab. „Im Schnitt ist die volle Schutzwirkung aber ein bis zwei Wochen früher erreicht als bei Menschen, die sich nicht regelmäßig impfen lassen“, so Kollaritsch.

Erkältung oder Grippe?

Nicht immer ist es einfach, eine Influenza, also die „echte Grippe“, von einem grippalen Infekt (Erkältung) zu unterscheiden, da nicht jeder Influenza-Erkrankte das Vollbild aller Symptome hat. Prof. Kollaritsch dazu: „Die Engländer unterscheiden das recht treffend: Eine common cold (Erkältung) ist ein „walking disease“, also eine Erkrankung, die zwar unangenehm ist, aber wegen der man nicht das Bett hüten muss. Eine Flu (Influenza, echte Grippe) ist dagegen ein sogenanntes „lying disease“. Mit der muss man ins Bett, auch, weil das Krankheitsgefühl ein ganz anderes ist“.

Quelle: Pressemeldung Fine Facts Health Communication

Kommentare