Wie MDS Osteoporose befeuert
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07.02.17
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Wie MDS Osteoporose befeuert

Wie MDS Osteoporose befeuert

Menschen mit MDS besitzen zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko Osteoporose zu entwickeln

Myelodysplastische Syndrome (MDS) schädigen neben dem Knochenmark auch die Knochenstruktur. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Dresden konnten zeigen, dass beim MDS die Maschinerie der Blutbildung aus Stammzellen gestört ist. Eine entsprechende Studie wurde in "Leukemia" vorgestellt.

"MDS gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Knochenmarks, bei denen zu wenige funktionsfähige Blutzellen aus den Stammzellen gebildet werden", erklärt Uwe Platzbecker, einer der Studienleiter.

Typischerweise betrifft ein MDS vor allem ältere Patienten. Die Blutstammzellen sitzen im Knochenmark in engem Kontakt zu den Knochenzellen in der hämatopoetischen Stammzellnische. Dort tauschen die Knochenzellen und Blutstammzellen Signale untereinander aus. Erhalten die Knochenzellen aus ihrer Umgebung fälschlicherweise ein verstärktes Signal zum Knochenabbau, kommt es zur Osteoporose.

Die interdisziplinäre Studie untersuchte erstmalig die Auswirkungen alternder Blutstammzellen auf den Knochen. Die Untersuchungen wurden anhand von Mäusen mit MDS sowie Daten von etwa 980.000 Menschen durchgeführt. Ähnlich wie Menschen entwickelten die untersuchten Mäuse erst im Alter ein MDS. Dabei wiesen sie bereits vor dem Knochenmarksversagen eine deutliche Ausdünnung der Knochenstruktur auf. "Die Befunde zeigen eine Voralterung des Knochens mit hoher Fragilität", erzählt Lorenz Hofbauer, ebenfalls Studienleiter.

Die Wissenschaftler fragten sich, ob das auch bei humanen MDS-Patienten zutrifft. Der Frage wurde anhand von Datenanalysen von Diagnoseschlüsseln und Medikamentenverordnungen von knapp einer Million Versicherter aus Sachsen nachgegangen.

"Patienten mit MDS besitzen ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für eine Osteoporose, es betrifft Männer und Frauen gleichermaßen", so Ko-Autor Jochen Schmitt.

Durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen gelang es den Forschern erstmals, die Kommunikation zwischen den alternden Blut- und Knochenzellen bei MDS zu entschlüsseln. Die Störung der einen Zelle beeinflusst somit auch die Funktion der anderen. Diese Ergebnisse stellen laut den Angaben die Grundlage für eine 2017 beginnende prospektive Studie zum Zusammenhang zwischen dem MDS und Osteoporose dar.

Quelle: Leukemia/APA

Bildquelle: shutterstock

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