Sauerstofftankstellen
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08.03.17
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Sauerstofftankstellen

Sauerstofftankstellen

Die Sauerstofftankstelle war am 50. Apothekerkongress in Schladming ein wichtiges Thema. Dieses Projekt wurde in Kooperation mit der Apothekerkammer, der Österreichischen Lungenunion und der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie ins Leben gerufen.

Man geht von rund 400.000 COPD Patienten allein in Österreich aus, Tendenz massiv steigend. Herr Spranger erklärte die wichtigsten Eckdaten der COPD Erkrankung den rund 30 Teilnehmern des Seminars. Ungefähr 23.000 Atemzüge macht ein gesunder Mensch pro Tag, dabei werden 500ml Luft pro Atemzug eingeatmet. Dieser Gasaustausch findet in den Alveolen statt.

Eine Hypoxämie ist oft nicht spürbar, schädigt aber die Organe, wodurch die Mortalität steigt. Die Symptome reichen von Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Schwindel bis hin zu Atemnot. Man unterscheidet zwischen akutem und chronischem Sauerstoffmangel.  

Asthma ist, im Gegensatz zu COPD, eine variable Erkrankung mit guten und schlechten Phasen. Beim Asthma steht die Behandlung der Entzündung im Vordergrund. Hier ist Cortison das Mittel der Wahl. COPD ist meist nicht reversibel, da die Reparaturmechanismen dauerhaft geschädigt werden. Mehr als 80% aller COPD Erkrankten sind Raucher und rund 25% aller Raucher bekommen eine COPD. Und die Zahlen steigen dramatisch an. Vor allem ist ein Anstieg bei den Frauen zu beobachten, die bereits immer früher zu rauchen beginnen. Die COPD wird in Kürze die dritthäufigste Todesursache sein, während die Sterblichkeit aller anderen chronischen Erkrankungen dagegen zurückgeht.

Bei der Therapie ist die Inhalationstechnik der wohl wichtigste Faktor. Daher ist es auch unbedingt notwendig, dass auch in den Apotheken darauf geachtet wird, ob der Patient die Inhalation beherrscht.

Sauerstofftherapie

Ab einem Sauerstoff-Partialdruck von <55mmHg und einer Sauerstoffsättigung von <88% wird eine Langzeittherapie von mindestens 16 Stunden pro Tag empfohlen. Eine Langzeitsauerstofftherapie ist nur über Verordnung durch einen Arzt möglich. Es müssen dazu mehrfache Messungen in Ruhe, unter Belastung und in der Nacht durchgeführt werden. Die Sauerstofftherapie führt zu einer ausreichenden Versorgung der Organe mit Sauerstoff, zu einer Entlastung der Lungengefäße und des rechten Herzens, zu einer Steigerung der Pumpleistung des Herzens sowie zu einer Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit.

Es gibt verschiedene Flüssigsauerstoffsysteme. Zum einen die Gasdruckflasche, die jedoch nur für den kurzzeitigen Einsatz geeignet ist, die modernen Flüssigsauerstoffsysteme und die Sauerstoff-Konzentratoren. Die Flüssigsauerstoffsysteme bestehen aus einen großen Tank für zu Hause und einem kleinen tragbaren Gerät, um die Mobilität zu gewährleisten.

Um länger außer Haus unterwegs sein zu können bieten nun im Rahmen der Initiative „Sauerstofftankstelle Apotheke“ ausgewählte Apotheken seit 2005 Sauerstoff zum nachtanken an.  An denen kann der Patient völlig kostenfrei sein Gerät wieder nachfüllen. Das ermöglicht den Patienten z.B. ein stressfreies Einkaufen ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen, Amtswege zu erledigen oder Freunde zu treffen bzw ein Theater oder Konzert zu besuchen.

 

Quelle:

Otto Spranger, Wien

Mag. pharm. Dr. Bernhard Ertl, Wien

Projektvorstellung Sauerstofftankstelle Apotheke

50. Apothekerkongress, Schladming

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