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Säurebildende Lebensmittel - was Sie darüber wissen sollten

Säurebildende Lebensmittel - was Sie darüber wissen sollten

Stellte man zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den pH-Wert ab, wird nun der PRAL-Wert herangezogen, um die saure oder basische Wirkung auf den Körper zu beschreiben. Der pH-Wert bezieht sich auf die Wirkung eines Nahrungsmittels / Getränks auf die Geschmacksnerven im Mund und auf den Magen. Er lässt keine Aussage der Wirkung als basisch oder sauer im Körper zu!
WARUM? In Mund und Magen wirken die Säuren, im restlichen Organismus das, was nach der Verdauung übrig bleibt. Viele Früchte enthalten organische Säuren, diese werden in der Atmungskette verstoffwechselt, d.h., aus ihnen wird Energie gewonnen, während CO2 entsteht und ausgeatmet wird. Die basischen Mineralstoffe bleiben dabei übrig und gelangen ins Blut. Dasselbe gilt für Gemüse, das ebenfalls reich an basischen Mineralstoffen ist. Für tierisches EW gilt oft das Umgekehrte (ph-Wert basisch, PRAL-Wert sauer). Daher stellt man heute nicht mehr auf den pH-Wert von Lebensmitteln, sondern auf den PRAL-Wert ab.

PRAL: Potential Renal Acid Load (Potenzielle renale Säurelast) = Schätzwert für die potenzielle Säurebelastung der Nieren bei Aufnahme von 100 g des jeweiligen Nahrungsmittels. PRAL-Wert: negativ = basisch, positiv = sauer

Die Frage stellt sich, ob die Wirkung, die ein Nahrungsmittel an Säurelast bei der Ausscheidung für die Niere bedeutet, schon der Wirkung, die es auf das Gewebe, entfaltet, gleichzusetzen ist, oder ob es da ein System gibt, das diese Langzeitwirkung wesentlich genauer und differenzierter wiedergibt. Die Lehre von den unterschiedlichen Stoffwechseltypen scheint hier zu guten Ergebnissen zu gelangen, denn nicht auf  jeden Menschen wirken alle Mineralstoffe gleich, bzw. nicht jeder Mensch braucht die gleiche Menge an tierischen bzw. pflanzlichen Produkten. Die Hinweise mehren sich, dass manche Menschen aus Pflanzen viel eher Vitamine aufnehmen können, und andere wiederum dazu auf tierisches Eiweiß angewiesen sind, dieses aber auch wesentlich besser verdauen können. Ein ins chronisch leicht saure oder basisch verschobener Stoffwechsel kann hier geradezu gesund sein, auch wenn die Werte nicht den heute allgemein, für alle gleich, vorgeschriebenen Werten entsprechen. Säurebildende Lebensmittel (die Nährstoffe geben H+ Ionen ab): dazu zählen proteinreiche Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Getreideprodukte, Eier, Milch, Käse, und Hülsenfrüchte. Vollkornmehl ist weißem Mehl an Säurebelastung gleich zu setzen. Diverse Getränke, wie etwa Colagetränke, Wurst- und bearbeitete Fleischwaren (Geselchtes) enthalten Säure bildende Phosphate auch als Zusatzstoff.

Wussten Sie, dass folgende Lebensmittel basisch sind?
Basenbildende Lebensmittel (die Nährstoffe geben OH- Ionen ab): sind mineralstoffreiche, insbesondere kaliumreiche, Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse und Fruchtsäfte; Wein, Kaffee (!), Tee und Kakao. Alle Alkohole (Ausnahme: Eierlikör)

Basisch oder sauer?
Kaffee = basenbildend
Zucker = neutral

Neutral sind alle Zuckerarten, von Xylit, Ursüße, über Agavendicksaft und Kokosblüten- bis hin zu weißem Haushaltszucker sowie sämtliche tierische (Grammeln, Schmalz, Talg,…) und pflanzliche Fette (Kokosfett, Oliven-, Maiskeim, Distelöle, Nussöle,…). Obwohl sie heute so gut wie nicht getroffen wird, dürfte es um die Unterscheidung: Säuren/Basen auf der einen und Ablagerung von giftigen Stoffen auf der anderen Seite gehen.

Bis heute wird „toxisches Gewebe“ gerne als „Säure“ bezeichnet und oft sogar gleichgesetzt, was Verwechslungen und Verwirrungen Tür und Tor öffnet. Da Säuren für den Körper genauso gesund/ungesund sind, wie Basen und unser SB-HH durch Essen und Trinken nicht aus dem Gleichgeweicht geraten kann, sind sämtliche Empfehlungen der Vorbeugung von „Saurem“ oder „Basischem“ durch Essen, Trinken oder Nahrungsergänzungsmitteln nicht zielführend. Im Gegenteil, sie können den Körper innerhalb seiner engen physiologischen Grenzen von zu sauer und zu basisch chronisch ins zu Saure oder zu Basische verschieben, was die Funktion diverser Enzyme und anderer Gewebe, mitunter arg beeinträchtigen kann. Schlacken, toxisches Gewebe hingegen, lagern sich, vor allem durch den Genuss von Dingen, die der bzw. die Einzelne nicht verträgt, im Bindegewebe an. Sie können meist sehr erfolgreich durch sämtliche Entschlackungsmaßnahmen, wozu von Seiten der Ernährung insbesondere das strikte Weglassen sämtlicher Nahrungsmittel und Getränke, gehört, die der bzw. die Einzelne nicht verträgt, ausgeschieden werden.

 

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