Heller Hautkrebs
Heller Hautkrebs
Heller Hautkrebs
Ass.-Prof. Dr. Iris Zalaudek
Ass.-Prof. Dr. Iris Zalaudek
Ärztin
Heller Hautkrebs

Heller Hautkrebs

Heller Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten beim Menschen.

In Deutschland gibt es gut 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Damit kommt der helle Hautkrebs etwa zehnmal so häufig vor wie der schwarze Hautkrebs. Der helle Hautkrebs ist eine typische Krebsart des älteren Menschen und tritt zumeist nach dem 40. Lebensjahr auf. Da die Bevölkerung immer älter wird, ist die Tendenz des hellen Hautkrebs steigend. Dabei ist es wichtig diese Krebsart zu kennen, denn wenn man ihn rechtzeitig erkennt, ist der helle Hautkrebs völlig heilbar.  

Wie entsteht heller Hautkrebs?
Heller Hautkrebs entsteht vor allem durch die ultravioletten (UV-) Strahlen der Sonne. Sie schädigen das Erbgut der Hautzellen. Diese Schäden kann der Körper zwar in einem gewissen Maße erkennen und reparieren. Wenn die Haut der Sonne jedoch zu intensiv und zu lange ausgesetzt ist, bekommt das körpereigene Abwehrsystem Probleme. Dann können Krebszellen entstehen. Da der helle Hautkrebs vor allem durch die ultravioletten Strahlen der Sonne entsteht, sind vor allem die sogenannten Sonnenterrassen im Gesicht, also Stirn, Glatze, Wangen, Nase und Ohren betroffen. 
 
Formen des hellen Hautkrebses:
Es gibt unterschiedliche Formen des hellen Hautkrebs. Zu den häufigsten zählen das Basalzellkarzinom, das Plattenepithelkarzinom und die aktinischen Keratosen. Diese Formen sind wenn frühzeitig erkannt, 100% heilbar. Aber auch anderen Formen, wie das Merkelzellkarzinom, das Angiosarkom oder das Dermatofirborsarkoma Protuberanz werden zum hellen Hautkrebs gezählt. Diese sind zwar viel seltener, aber auch aggressiver. 

Basalzellkarzinom dermatologisch
Basalzellkarzinom

Basalzellkarzinom:
Die häufigste Form des hellen Hautkrebses ist das Basalzellkarzinom, auch Basalzellkrebs oder Basaliom genannt. In Mitteleuropa erkranken jährlich etwa 400 Personen pro 100.000 Einwohner an dieser Form des hellen Hautkrebs. Sie treten hauptsächlich im Kopf- und Halsbereich auf und betreffen meist Menschen ab dem 60. Lebensjahr und Frauen erkranken häufig auch schon früher. Basaliome äußern sich als hautfarbene bis bräunliche, langsame wachsende Knoten auf der Haut. 
Im Anfangsstadium sehen sie aus wie ein leicht geröteter Fleck, der erhaben oder auch eben sein kann. Mit der Zeit wächst der Tumor heran und kann dann auch bluten. Basalzellkarzinome bilden zwar in der Regel keine Metastasen, können aber in umliegendes Gewebe einwachsen und wichtige Strukturen wie das Auge, die Nase oder das Ohr zerstören. 

Plattenepithelkarzinom:
Das Plattenepithelkarzinom, auch Stachelzellkrebs oder Spinaliom genannt, ist seltener als das Basalzellkarzinom (etwas 30.000 neue Fälle/Jahr in Deutschland). Es tritt in über 90% der Fälle an den sonnenexponierten Körperstellen auf. Vor allem Menschen um die 50 Jahre mit sonnengeschädigter Haut sind gefährdet. Das Plattenzellkarzinom beginnt in der Regel als roter Knoten, der so verhornt, dass sich seine Oberfläche wie Sandpapier anfühlt. Im Gegensatz zum Basalzellkrebs kann der Stachelzellkrebs metastasieren, also Tochterzellen bilden. Daher ist die frühe Diagnose und entsprechende Behandlung sehr wichtig.  

Plattenepithelkarzinom

Akzinische Keratosen sind Frühform von Hautkrebs:
Eine Frühform des hellen Hautkrebses sind aktinische Keratosen. Etwa zehn Prozent von ihnen entwickeln sich im Laufe der Zeit zu einem Plattenzellkarzinom. Auch sie treten vorwiegend auf der Glatze oder an den Sonnenterrassen im Gesicht auf. Aktinische Keratosen sind häufig nur mehrere Millimeter groß. Mit ihrer rauen Oberfläche ähneln sie dem Plattenzellkarzinom. Im Gegensatz zu diesem sind sie jedoch auf die oberste Hautschicht begrenzt und streuen nicht.

Aktinische Keratosen


Behandlung des hellen Hautkrebs:
So unterschiedlich die Formen des hellen Hautkrebses sind, so unterschiedlich sind auch die Behandlungsformen. Eines ist aber allen gemein: Je früher man ihn diagnostiziert und behandelt, desto größer sind die Heilungschancen. In vielen Fällen reicht ein einfacher chirurgischer Eingriff aus, um den Tumor vollständig zu entfernen. Nicht-chirugische Alternativen sind beispielsweise eine Strahlen- oder Kältetherapie, eine photodynamische Therapie aber auch die Behandlung mit Cremen. Welche Therapie die richtige ist, kann aber nur der Hautarzt entscheiden. 
 
Wie man sich vor hellem Hautkrebs schützt:
Um es nicht erst soweit kommen zu lassen, ist ein effektiver Sonnenschutz die beste Vorbeugung gegen Hautkrebs- mit Sonnenschutzmittel, hautbedeckender Kleidung und dem Meiden der Sonne vor allem in der Mittagszeit. Grundsätzlich gilt: Je heller die Haut, desto sonnenempfindlicher ist der Mensch. Kinder und Menschen mit Krankheiten, die das Immunsystem schwächen, seien ebenfalls besonders gefährdet. Gleiches trifft auf Patienten zu, die sich einer Organtransplantation unterziehen mussten, denn diese Personen haben ein erhöhtes Risiko an einer oder mehreren Formen des hellen Hautkrebs zu erkranken. 
 
Wer soll sich untersuchen lassen?
Wer ganz sicher gehen will, sollte neben den vorbeugenden Maßnahmen regelmäßig das Hautkrebsscreening nutzen. Ab dem 35. Lebensjahr sollte eine erste Vorsorgeuntersuchung stattfinden. Je nach dem individuellen Risikoprofil sind regelmäßige Kontrollen in unterschiedliche Abständen anzuraten. Bei manchen Menschen sind Kontrollen alle drei Monate nötig, bei anderen reichen Abstände von drei bis fünf Jahren aus. Es gibt allerdings großen Nachholbedarf: Laut einer Umfrage der Oberösterreichischen Krankenkasse waren 60 Prozent der Erwachsenen, und hier vor allem Männer, noch nie bei einer Hautvorsorge-Untersuchung. 
 
Wie sieht eine Vorsorgeuntersuchung aus?  
Neben der klinischen Untersuchung mit dem freien Auge, steht dem Hautarzt (Dermatologen) die auflichtmikroskopische Untersuchung zur Verfügung. Die Auflichtmikroskopie ist eine schmerzlose, nicht-invasive Untersuchung, der Arzt betrachtet dabei die Haut mit einer speziellen Lupe (einem so genannten Dermatoskop). Diese Untersuchung verbessert die frühe Erkennung von Hautkrebs. Ist der klinische oder der auflichtmikroskopische Befund verdächtig in Hinblick auf das Vorliegen einer Form des Hautkrebs, wird entweder eine chirurgische Entferung oder entsprechenden andere Therapie eingeleitet.

Patienten können jeder Zeit eine medizinische Beratung von einem unserer Hautfachärzte über unser Online Tool bekommen: http://www.arzt-in-der-naehe.at/

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