Mykotherapie - altes Wissen neu bewiesen
Mykotherapie - altes Wissen neu bewiesen
Mykotherapie - altes Wissen neu bewiesen
23.12.16
Mag. Eva Fauma
Mag. Eva Fauma
Gesundheitsexpertin
Mykotherapie - altes Wissen neu bewiesen

Mykotherapie - altes Wissen neu bewiesen

Bestimmte Pilze unterstützen schon seit Jahrtausenden unsere Gesundheit sowie die Behandlung verschiedener Erkrankungen. Schon Gletschermann Ötzi" wusste offenbar: Manche Pilze sind nicht nur als Nahrung geeignet - sie besitzen auch eine erstaunliche Heilwirkung!

Welche Pilze finden in der Mykotherapie ihre Anwendung?

 

Die Auswahl ist groß. Die meisten können in der Natur gesammelt werden. Manche sind im Handel erhältlich. In den österreichischen Wäldern kommen über 600 Pilze frei vor, ca. 200 davon sind als Speisepilz genießbar und ungefähr 50 Pilze können zu Heilzwecken verwendet werden.

 

Birkenporling und Zunderschwamm sind beide keine Speisepilze, sondern ausschließlich Heilpilze, welche gegen Verdauungsbeschwerden, Gastritis und Parasiten angewandt werden können. Auch Ötzi hatte einen Birkenporling bei sich. Der Zunderschwamm hilft zusätzlich bei Wunden und Verletzungen. Früher wurde er direkt auf Wunden als eine Art Pflaster platziert.

 

Shiitake, Igelstachelbart, Tramete, die Gruppe der Austernpilze und den Agaricus, der zur Familie der Champignons gehört werden in der Therapie von Magen-Darm-Beschwerden, Gastritis, Sodbrennen, Hautproblemen, Schlafstörung, Energiemangel, psychischen Unruhen, Allergien und Intoleranzen verwendet.

Der Reishi kommt vor allem bei Pollen bedingtem Asthma zu Einsatz. Der Pilz unterdrückt bei ca. dreiwöchiger Einnahme die Histaminausschüttung, die ursächlich einen Asthmaanfall auslöst.

 

Medizinisch eingesetzt werden Heilpilze vor allem in Japan und China. Dort sind sie Standardmedikamente bei der Krebstherapie. Wie schon erwähnt, kennt man die bindende Wirkung von Pilzen. Aus Erfahrungsberichten geht hervor, dass Pilze begleitend zu einer Chemotherapie zu einer schnelleren Regeneration führen. Es wird beobachtet, dass weniger Haarausfall, Gewichtsverlust und Schlafprobleme auftreten. Auch Appetit und Blutwerte normalisieren sich schneller.

Als Ernährungswissenschafterin darf man keine falschen Versprechen geben: Pilze können Krebs nicht heilen, sie können jedoch die unangenehmen Nebenwirkungen von Chemotherapien lindern, indem Gifte schneller gebunden und aus dem Körper ausgeschieden werden.

 

 

Wie werden die Pilze verabreicht?

 

Man kann viele Pilze, vor allem die aus dem Handel, frisch zu sich nehmen. Zur leichteren Anwendung und Portionierung gibt es sie mittlerweile auch in Form von Pulver in Zellulose-Kapseln, sowie in getrockneter Form in Tee oder Kaffee. Prophylaktisch kann man Pilze natürlich immer wieder in den Speiseplan einbinden. Bei einer Erkrankung oder einem Unwohlsein ist es aber nötig, diese hochkonzentriert in Kapselform zu sich zu nehmen.

 

 

Ist die Mykotherapie medizinisch zugelassen?

 

Ja, in Japan, China, Korea und Thailand. In Deutschland arbeiten Heilpraktiker seit Jahrzehnten erfolgreich damit. In Österreich fällt die Mykotherapie unter Komplementärmedizin. Pilzpräparate zählen zu den Nahrungsergänzungsmitteln und bedürfen so keinem Rezept.

 

Vielen lieben Dank, Frau Mag. Fauma, für das Interview!

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