Achtung Pollen! Teil1
10.03.16
Dr. Barbara  Guttmann
Dr. Barbara Guttmann
Ärztin
Achtung Pollen! Teil1

Achtung Pollen! Teil1

Heuschnupfen ist eine sehr belastende Erkrankung. Was tun gegen diese kleinen Pflanzenteile in der Luft die überall sind und starke allergische Reaktionen auslösen können? Die moderne Medizin hat dazu ein paar Antworten bereit.

Achtung Pollen! Teil 1

 
Heuschnupfen, auch als allergische Rhinitis oder Pollinose bekannt, ist eine allergische Erkrankung, die auf einer Überempfindlichkeit gegen die Eiweißkomponenten von bestimmten Pollen oder auf Hausstaub beruht. Pollen gelangen in der während der unterschiedlichen Gräser-, Baum- oder Kräuterblüte in großer Menge in die Luft. Sie bewirken an den Schleimhäuten der Atemwege, der Nase sowie an den Augen eine allergische Reaktion. Der „Heuschnupfen” ist eine chronische Krankheit. Allergiker leiden sehr oft an starken Einschränkungen ihrer Lebensqualität während des Pollenfluges. Hausstauballergiker sogar ganzjährig unter den beeinträchtigenden Symptomen. 

 
Die Symptome bei Heuschnupfen treten abhängig von der jeweiligen Pollenbelastung saisonal auf. Dabei sind  sowohl die Augen als auch die oberen und unteren Atemwege sowie die Haut betroffen.

 
Die typischen Symptome bei Heuschnupfen:

  • Juckreiz der Augen
  • Brennende Augen
  • Tränende Augen
  • Schwellungen der Augen
  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
  • Juckreiz in der Nase oder auch auf der Mundschleimhaut und im Rachen
  • Fließschnupfen („allergische Rhinitis“)
  • Verstopfte bzw. wunde Nase
  • Niesen: bis zu 20 Mal Niesen hintereinander!
  • Atemprobleme
  • Husten
  • Giemen


Das Allgemeinbefinden wird durch Heuschnupfen stark beeinträchtigt. Viele Betroffene fühlen sich abgeschlagen und klagen über einen „schweren Kopf". Sie haben das Gefühl, regelrecht krank zu sein.

 

Allergien gehören schnell diagnostiziert und behandelt!

Es ist wichtig, Allergien frühzeitig zu behandeln, denn wenn eine Allergie nicht rechtzeitig behandelt wird, kann es zu einem sogenannten „Etagenwechsel“ kommen. Die Krankheit greift dann von der „oberen Etage”, also der Nase (Heuschnupfen) auf „untere Etage”, sprich die Lunge über – so kann ein allergisches Asthma entstehen. Einen wichtigen Hinweis auf eine Pollenallergie erhält der Arzt aus der Krankheitsgeschichte des Patienten (Symptome, Jahreszeit usw.). Die Allergie wird dann meistens noch mit einem Hauttest, dem sogenannten Pricktest und einem Bluttest nachgewiesen. 

 

Möglichkeiten, um den allergischen Heuschnupfen zu behandeln: 

  • Meidung des Allergieauslösers = Allergenkarenz

Allergenvermeidung bei einer Pollenallergie ist kaum möglich, da sich die Allergene, wie z.B. bei den Gräserpollen, in der Luft befinden.

  • Symptomatische Therapie

Symptomlindernde Medikamente wie z.B. Antihistaminika und/oder Cortisonsprays.

Dies hilft die Symptome von Heuschnupfen vorübergehend zu lindern.

 

  • Die Allergie - Impfung = Immuntherapie oder Hyposensibilisierung:

Diese Therapie behandelt zusätzlich zu den Symptomen des Heuschnupfens auch die Ursache einer Allergie. Ziel der „Allergie-Impfung“ ist es, die Empfindlichkeit des Körpers auf einen harmlosen Fremdstoff (z.B. Blütenpollen, Hausstaubmilben = Allergen) durch Training zu normalisieren. 

Dem Körper wird deshalb der Allergieauslöser mit Hilfe eines Allergenextrakts regelmäßig über einen längeren Zeitraum verabreicht. So kann eine Symptombesserung bis hin zu einer Beschwerdefreiheit erreicht werden. Die Allergie-Impfung kann nicht nur die allergischen Symptome (Niesen, Schnupfen, juckende Augen) positiv beeinflussen sondern wirkt auch nachhaltig auf das Immunsystem.

 

Die Allergie-Impfung steht in verschiedenen Varianten zur Verfügung:

1) Spritzenform:

Hier werden von Ihrem Arzt anfangs im wöchentlichen Abstand über mehrere Wochen hinweg Injektionen unter die Haut (subkutan) verabreicht, bis Sie auf einer „persönlichen Erhaltungsdosis“ angelangt sind. Danach wird der Impfstoff alle 4 bis 8 Wochen weiter verabreicht.

 

2) Tabletten (ab dem 5. Lebensjahr) für Gräserpollenallergiker verfügbar:

Die Einnahme der ersten Tablette erfolgt beim Arzt, danach kann die Einnahme einmal täglich zuhause erfolgen.

 

3) Tropfen:

Einmal täglich erfolgt die Gabe von Tropfen unter die Zunge, die für 2 Minuten von der Mundschleimhaut aufgenommen werden soll und erst dann geschluckt werden darf.

 

Allergiker sollen versuchen Allergene zu vermeiden! 

Aber wie? Denn die Heuschnupfen auslösenden Allergene befinden sich in der Luft und so ist es schwierig, den Kontakt zu vermeiden! Meist hilft oft nur die Flucht vor den Pollen. Mithilfe eines Pollenflugkalenders oder des Pollenwarndienstes kann leicht festgestellt werden, wann und wo welche Pollen vermehrt unterwegs sind.

 

TIPPS:

  • Vermeiden Sie an sonnigen, windreichen Tagen den Aufenthalt im Freien, insbesondere auf Wiesen und Feldern
  • Waschen Sie täglich die Haare
  • Versuchen Sie die Nasendusche!
  • Bewahren Sie Kleider, in denen sich Pollen befinden können, nicht im Schlafzimmer auf.
  • Schonen Sie sich während der schlimmsten Zeit der Allergie.
  • Reduzieren Sie Ihre körperlichen/sportlichen Aktivitäten auf ein Maß, das Sie gut und leicht bewältigen können.
  • Auch wenn es schwer ist: Schlafen Sie nachts zu den Spitzenzeiten besser bei geschlossenem Fenster.

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