Asthma kann auch durch Infekte und Stress ausgelöst werden
24.08.16
Prim. Dr. Gert Wurzinger
Prim. Dr. Gert Wurzinger
Arzt
Asthma kann auch durch Infekte und Stress ausgelöst werden

Asthma kann auch durch Infekte und Stress ausgelöst werden

Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Atemwege und kann durch verschiedenste Auslöser hervorgerufen werden. Folgender Text soll Ihnen einen kurzen Einblick in dieses Krankheitsbild vermitteln

Was ist Asthma:

Asthma ist eine Erkrankung der größeren und der kleineren Atemwege bis hin zum Lungengewebe. Asthma kann schon im frühesten Kindesalter, knapp nach der Geburt, auftreten. Es kann sich aber auch erst im Laufe der Jugend, im Erwachsenenalter oder noch später erstmals manifestieren.

Symptome:

Bei Asthma kommt es zu einer Verkrampfung der Atemmuskulatur, welche zu einer Einschränkung der Ventilation (der Ein- und Ausatmung) führt. Zusätzlich kommt es zu einer Schwellung der Schleimhaut der Bronchien, welche die innere Lichtung der Bronchien einschränkt.

Bei einer gesunden Person sorgen schleimproduzierende Zellen, die in den Atemwegen in der Schleimhaut sitzen, für ausreichend Transportmittel um Fremdkörper, wie Staubpartikel, zu binden und über die Flimmerhaare hinaus zu transportieren. Bei einem Asthmatiker kommt es zu einer Irritation der schleimproduzierenden Zellen, wodurch diese abnorm viel und vor allem sehr zähes Sekret produzieren. Dementsprechend engen diese Schleimmassen die Bronchien ein. Die Folge ist, dass es zum Teil zu Überblähungen der Lunge kommt und zu schlecht oder nicht belüfteten Lungenarealen.

Die Basis dahinter ist eine Entzündung der Schleimhaut und der gesamten Wand der Bronchien. Diese Entzündung kann ganz unterschiedliche Ursachen haben.

Auslösefaktoren:

Allergien als Ursache sind uns bekannt. Es gibt aber auch eine Reihe weiterer Möglichkeiten. Es gibt das nicht-allergische Asthma, welches eher im Erwachsenenalter auftritt. Wobei es auch hier unterschiedliche Verlaufsformen gibt. Unspezifische Auslösefaktoren wären beispielsweise chemisch irritative Noxen wie Düfte, scharfe Putzmittel-Gerüche, Haarspray, etc. Zu den physikalisch irritativen Noxen zählen Staubpartikel, die an der Oberfläche der Schleimhaut zu einer Irritation führen, wie Industriestaub, Baustaub, Straßenstaub oder auch Nebel-Wetter.

Weitere Auslösefaktoren:

  • Gastroösophagealer Reflux
  • Infekte
  • psychische Faktoren (Stress, Angstzustände; manchmal reicht sogar schon herzhaftes Lachen, damit die Bronchien irritiert werden und sich verengen)
  • Kaltluft, Wechsel von der Kälte in die Wärme oder auch umgekehrt
  • trockene Luft
  • feuchte Luft (Dampfbad)

Es ist bei den PatientInnen ganz unterschiedlich, auf welche Auslösefaktoren sie reagieren.

Formen von Asthma:

Eine Form von Asthma ist die Exercise-induced Bronchoconstriction. Dabei kommt es NUR im Rahmen einer körperlichen Belastung zu einer entsprechenden Einengung der Bronchien, aber sonst nicht. Davon abzugrenzen ist das belastungsinduzierte Asthma: Durch körperliche Belastung kommt es zu einer Hyperventilation (Schnaufen, schnelles Atmen) wodurch die Schleimhaut austrocknet und abkühlt, was wiederum zu einer Irritation und zur Einengung der Bronchien führt. Bei dieser Form können aber auch andere Faktoren Asthma auslösen.

Eine weitere Form ist das medikamenteninduzierte Asthma, wie beispielsweise das Analgetika-induzierte Asthma. Bestimmte Schmerzmedikamente können die Bronchien irritieren und zu schweren Asthmaanfällen führen.

Wie man sieht, gibt es eine Reihe verschiedener Faktoren, die Asthma auslösen. Es können durchaus mehrere Faktoren zutreffen, wodurch sich ein unübersichtliches Mischbild ergibt, welches möglicherweise die Diagnose sehr problematisch macht. 

Asthma und COPD:

Bei lang bestehendem Asthma besteht die Gefahr, dass die Bronchialwände durch die permanente Entzündung vernarben, verdicken und immer steifer werden. Dadurch kann, trotz bester Therapie, keine Normalisierung der Lungenfunktion mehr hergestellt werden. Der Krankheitsweg führt dann zur COPD. Ab einem bestimmten Zeitpunkt kann man diese beiden Krankheiten kaum mehr voneinander unterscheiden. Viele Asthmatiker, die in der Vorgeschichte schlecht eingestellt waren oder das Asthma immer wieder ignoriert haben, werden dann letztendlich als COPD-Patienten behandelt. Obwohl die Ursache das Asthma bronchiale war. Ähnlich ist es mit Rauchern, die unter Asthma leiden. Das Asthma wird durch die permanente Entzündung, die durch die aggressiven Substanzen im Zigarettenrauch hervorgerufen wird, begünstigt. In selten Situationen gibt es auch die Kombination einer COPD mit einem Asthma bronchiale. Die Diagnose erfordert hier sehr diffiziles Handeln und sollte nur in Fachabteilungen durchgeführt werden. Hierfür sind Untersuchen notwendig, die man im niedergelassenen Bereich nicht durchführen kann. Wie beispielsweise Provokationen. Bei einer Provokation wird der Patient einer gewissen Noxe ausgesetzt und beobachtet, ob der Patient darauf reagiert. Durch die Feststellung, welche Erkrankung im Vordergrund steht, wird die Therapie bestimmt.


Bildquelle: wavebreakmediamicro / 123RF

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